Worship Freunde des Händchen-(Hoch-)Haltens!

Worship ist in, Lobpreis und Anbetung auch; das gute, alte Kirchenlied hat ausgedient.

Warum?

Während einige knochensteife Kirchenmusiker und Hardcore-Traditionalisten das althergebrachte Liedgut zur Glaubenssache machen, haben andere schon längst die Zeichen der Zeit erkannt und das getan, was auch ein Paul Gerhardt und andere zu ihrer Zeit taten: das christliche Glaubensgut in und durch ‘zeitgemäße’ Texte und Melodien transportieren.

Hört sich irgendwie gut an. Ist es aber nicht immer. Bei weitem nicht immer. Selbst mir als ursprünglich freikirchlich sozialisiertem und in der bunten Konfessions- und Denominationszene bewandertem Christenmenschen, der schon manches mal meinte, nichts mehr könne ihn schrecken, stellen sich hin und wieder – na schön, eigentlich recht häufig – Fuß- und Fingernägel hoch, wenn er den neuesten ‘Hit’ des hippesten Worship-Leaders zu hören bekommt.

Wo ein Martin Luther geballte Glaubenserfahrung und bewährte Theologie mit höchster lyrischer Sorgfalt in ebenfalls bewährte Melodien packte, schlägt einem im modernen Worship-Liedgut ab und an die pure Oberflächlichkeit, theologische Unbedachtheit, geistliche Trivialität und lyrische Geschmacklosigkeit in Vollendung entgegen. Wohlgemerkt, es gibt Ausnahmen, umwerfend tiefgründige und wunderschöne, ansprechende neue Lobpreis-Lieder. Aber es sind nun einmal Ausnahmen.

Im Vergleich dazu ist noch heute so mancher alte Kirchenchoral wahrhaft ‘zeitgemäß’ und verdient es allemal, häufiger gesungen zu werden – auch und gerade bei denen, die sich für so altmodisches Liedgut zu schade wähnen.

Mag sein, daß auch damals eher dürftige Kompositionen Legion waren und wir nur deshalb nicht davon wissen, weil sie sich eben angesichts ihrer Dürftigkeit im Gegensatz zu denen, die noch heute gesungen werden, nicht durchsetzen konnten. Mehr als wahrscheinlich wird es auch 95 Prozent aller “Feiert Jesus”- und anderer neuerer Lobpreislieder so ergehen.

Das ist vielleicht tröstlich für unsere Nachkommen, gewiß aber nicht für unsere Kirchen und Gemeinden heute, viel weniger noch für diejenigen, die von diesen Kirchen und Gemeinden eigentlich eingeladen werden sollten, jedoch von pathos-triefenden “Lämmern”, “Thronen” mit Fragezeichen alleingelassen und von “Heilungs-” und “Gnadenströmen” ganz schnell wieder hinausgespült werden.

Auf dem Webportal jesus.de wurde nun ein Buch des britischen Autors Nick Page zu just diesem Thema vorgestellt. Jeden Tag werden einige bekannte Lobpreisleiter (ich sage jetzt nicht, welche davon zu den Guten gehören …) dieses Buch aus Ihrer Sicht diskutieren. Zwei Rezensionen sind bereits erschienen, die unter den Links unten nachgelesen werden können – weitere werden folgen.

“Lobpreis wie Popcorn”: Martin Pepper

“Lobpreis wie Popcorn”: Albert Frey

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1 Kommentar zu: “Hallelujah!”

  1. Julia sagt:

    Man könnte glatt annehmen, du wärest ebenfalls im Semiar “Was transportiert das Lied in Kopf und Herz? Alte und neue Kirchenlieder von Paul Gerhardt bis Bob Dylan im Leben und beim Lehren” aktiver Teilnehmer gewesen..:-D
    Ich stimme dir da voll und ganz zu, dass die Lieder der doch teilweise mittelalterlichen Komponisten eben nicht mehr das bewirken, was sie diesen knochensteifen Kirchenmusikern gebracht haben – nämlich eine persönliche Identifizierung mit dem Gegenstand, Thema etc…Und auch ich bin der Ansicht, dass bei diesen teilweise pürierten, kaum klar erkennbaren Liedinhalten der “modernen” Liedern eben so eine Emotionalität völlig futsch gegangen ist – da kann man die Händchen so lange hochhalten, wie man will….und noch so am Rande: Latein lernen mit lateinischen Kirchenliedern ist einfach grandios!
    also, ein umfassendes dito :-D julia

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