Ich spiele mal wieder Euren persönlichen RSS-Reader: zwei lesens- und beachtenswerte Artikel wurden heute vom christlichen Medienmagazin “pro” veröffentlicht:
Zum einen eine Darstellung der Atheismus-Debatte zwischen Richard Dawkins (“Der Gotteswahn”) und dem Oxford-Mathematikprofessor John Lennox (“Hat die Wissenschaft Gott begraben?”). Wem es bislang zu anstrengend war, sich näher mit Dawkins relativ niveauloser “Religionskritik” zu beschäftigen, dem sei dieser Artikel als Einstieg und Appetitmacher empfohlen. Ebenfalls für Einsteiger lesenswert in diesem Zusammenhang: “Der Atheismus-Wahn” von Alister McGrath.
Zum anderen berichtet “pro” über die neue Werbekampagne für Mission des Evangelischen Missionswerks in Deutschland. Nicht nur angesichts der sog. “neuen Atheisten” eine begrüßenswerte Initiative!
Tags: Alister McGrath, Atheismus, EMS, John Lennox, Mission, Richard Dawkins
Muss man sich wirklich damit beschäftigen? Leute wie Dawkins hat es doch schon immer gegeben. Leute die meinen sie wäre so unendlich klug.
Man kann solchen Leuten doch entgegenschreien was man will – sie halten einen eh für dumm. Das ist nunmal Gottes Weisheit, das man um gerettet zu werden sein muss wie ein Kind. Das er die Wahrheit den “Weisen” verborgen hat.
Zu derselben Stunde frohlockte Jesus im Geist und sprach: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, daß du dies den Weisen und Klugen verborgen und es den Unmündigen geoffenbart hast. Ja, Vater, denn so ist es wohlgefällig gewesen vor dir…
Hallo Quincy!
Nein, von sich damit beschäftigen “müssen” kann keine Rede sein – wohl aber von “können”.
Daß das nicht ganz nutzlos ist, davon bin ich überzeugt. Ich habe jedenfalls schon einige gute Diskussionen mit Atheisten gehabt, die es einsichtig fanden, daß Christsein und Wissenschaftlichkeit einander keinesfalls ausschließen. Und auch unter bekannten Intellektuellen gibt es immer wieder Beispiele eines solchen gelungenen Gedankenaustausches.
Daß Dawkins nicht unbedingt gewillt ist, seine eigenen Axiome hinterfragen zu lassen, mag sein – das heißt aber noch nicht, daß man nicht auch gegen seine Argumente Einwände erheben sollte, schon alleine, um möglichen Verunsicherungen bei anderen Menschen vorzubeugen. Was Dawkins betreibt, ist nun einmal sehr öffentlichkeitswirksam und sollte daher auch Widerspruch erfahren.
[...] Atheisten und Mission [...]
Hallo Tobias,
deinen Blog und diesen Beitrag habe ich soeben entdeckt.
Zur einer ähnlichen Überschrift habe ich vergangene Woche auch gepostet. Das könnte zu deinem Hinweis vielleicht noch einen kleinen Aspekt hinzufügen. Es geht um Subektivität, Gott als Subjekt, um Achtung und Bewirkung, und eine Grenze, die manche Atheisten gelegentlich überschreiten.
Statt es zu wiederholen (wäre hier auch zu lang), verlinke ich, wenn du es gestattest:
http://mentio.blogspot.com/200.....isten.html
Herzliche Grüße
Noah
Hallo Noah!
Vielen Dank für Deinen Kommentar und den Link – den sich dahinter verbergenden Artikel von Dir hatte ich neulich bereits einmal überflogen und jetzt nochmal etwas aufmerksamer gelesen.
An der Argumentation Drewermanns ist sicher etwas dran – aber mir scheint die strikte Trennung zwischen Subjekt und Objekt nicht ganz einsichtig und auch nicht in jedem Fall hilfreich. Um es etwas vereinfacht auszudrücken: wo das Subjekt so in den Mittelpunkt gestellt wird und die Frage nach der Bedingung der Möglichkeit von so etwas wie Objektivität schon im Kern als obsolet betrachtet wird, ist der “Subjektivismus” nicht weit. Und ich denke nicht, daß so ein “cartesianischer” Ansatz der einzig mögliche und plausible ist. Das näher zu erläutern, würde hier jetzt aber ein Faß ohne Boden aufmachen.
Dennoch nochmals vielen Dank für den Link – ich werde in Zukunft jedenfalls mal wieder ein Auge auf Drewermann werfen, vielleicht ist das ja noch ganz gewinnbringend!
Gruß,
Tobias
Danke, Tobias. Berechtigter Einwand natürlich.
Zu Drewermanns Sicht hatte ich ja auch bewusst nicht Stellung bezogen (und im Konjunktiv weitergeschrieben). Mir ging es weniger um eine Subjektivität des Glaubens, als vielmehr letztlich u.a. darum, die (notwendige) Subjektivität der Entscheidung (für oder gegen Glaube, bzw. die Beantwortung existenzieller Fragen mit oder ohne Gott) anzuerkennen und Achtung aufzubringen, auch vor den Bewirkungen. Vielleicht war ich unklar, und bin es vielleicht noch immer.
Danke.
Hallo Noah!
Mit diesem Respekt vor der Subjektivität des anderen gehe ich völlig d’accord!
Genau das Fehlen solchen Respekts würde ich zunächst einmal einem Richard Dawkins vorwerfen – ich möchte sein Atheismus-Palaver nämlich gar nicht erst auf das Podest intellektueller Redlichkeit erheben. Seine Argumentation ist dazu allzu dürftig – und philosophisches und theologisches “Schießpulver” praktisch nicht vorhanden. Schade, daß ausgerechnet solche Leute so viel Medienpräsenz erhalten.
Mit einem Nietzsche, wenn er noch lebte, könnte man immerhin noch auf einem hohen Niveau um die Sache streiten!
Was Drewermann angeht, fürchte ich, daß seine Rede von der Beachtung des Subjekts nicht auf der Stufe des Respekts vor dem anderen haltmachen, sondern die gesamte Streitkultur derart vereinnahmen möchte, daß das Nachdenken über mehr als “Sinngehalte” und andere Metaphern für Nebulösitäten aller Art nicht mehr möglich ist (zumindest habe ich Drewermann bislang so interpretiert).
Das war der Impuls für meinen Kommentar oben – danke für den Hinweis, weshalb Du Drewermann zitiert hast. Wie gesagt: im Blick auf dieses Anliegen stimme ich Dir vollkommen zu!
Gruß, Tobias
Hallo Tobias,
Drewermann hat auch seine Geschichte. Ich nehme ihn dennoch völlig anders wahr als z.B. Dawkins. Aber das können wir vielleicht so stehen lassen, und – unabhängig von allem, was da inhaltlich diskutiert werden könnte – auch seinem Gottesglauben Respekt zollen.
Einen herzlichen Gruß an dich
Noah
Hallo Noah!
Ich möchte Drewermann keineswegs mit Dawkins vergleichen, schon alleine das intellektuelle Niveau ist da ein ganz anderes. Ich zolle auch seinem Glauben Respekt – was aber nicht bedeutet, daß ich an diese Art von Glaube aus biblischer Perspektive keine Anfragen hätte. Aber das ist ein anderes Thema, da hast Du recht!
Ebenfalls herzliche Grüße,
Tobias