Wo ich mir schon einmal die Mühe gemacht habe, David Deckers Kritik an der Emerging Church-Bewegung aufzugreifen und zu erweitern (siehe hier), möchte ich nicht verschweigen, daß David auf ekkaleo.de jetzt auch einen Beitrag mit dem Titel
“Was ich an der Emerging Church liebe“
veröffentlicht hat.
Ich persönlich kann da zwar nicht ganz so viel unterschreiben wie bei seinen Kritikpunkten, finde aber trotzdem noch einiges an Erwähnenswertem. Ich möchte es jedenfalls nicht versäumt haben, bei manchen Bauchschmerzen, die ich bei diesem Thema in einigen Punkten habe, auch meine grundsätzliche positive Bewertung dieser Bewegung zu unterstreichen.
Vielen Dank für diesen Artikel, David!
Tags: Emerging Church





Danke, Tobias
Der Artikel ist aus meiner Schnittstelle mit dem Thema EC aus der Gemeindearbeit heraus entstanden. Eine rein subjektive Geschichte erstmal. Mich würde natürlich dein Feedback interessieren, geht auch per Mail. …oder wir müssen irgendwann mal ein Bier zusammen trinken gehen
@David:
Das mit dem Bier wäre eine hervorragende Idee!
Ich hatte mir schon überlegt, ob ich nicht aufs EC-Forum soll (ist ja in der Nähe von mir), aber ich bin zeitlich gerade etwas ausgelastet …
Ich selbst bin mit EC ja auch nur vom selektiven Lesen verschiedener Online-Artikel und Publikationen vertraut, darüber hinaus über ein paar spärliche Kontakte zu EC-Bewegten. Von daher ist bei mir sowohl Kritik als auch Anerkennendes in Sachen EC zunächst einmal sehr subjektiv und wenig systematisch.
Was die Kritik angeht, so habe ich dazu ja schon etwas geschrieben. Was die positiven Seiten betrifft, so könnte ich vor allem den von Dir hervorgehobenen Punkt unterstreichen, daß die EC eine von Leidenschaft für die Sache des Evangeliums getragene Bewegung ist:
Wo Kirchen- und Gemeindestrukturen sich etabliert haben, aber nicht mehr regelmäßig auf ihren Grund hinterfragt werden, stellt sich schnell Selbstzufriedenheit, oft genug aber auch Resignation angesichts einer sich verändernden Welt und der Kluft zwischen ihr und der Gemeinde Christi ein. An diesem Punkt sehe ich die EC positiv vor allem als eine Bewegung, die Altbewährtes neu entdeckt und so gestalten möchte, daß es wieder anziehend wird, oder um es mit einem Lieblingsbegriff der EC zu sagen: daß Kirche wieder “missional” wird.
Lobenswert finde ich auch die Bestrebung, das Evangelium wieder als auch relevant in Sachen Politik, Wirtschaft etc. herauszustellen. Ich habe manchmal nur den Eindruck, daß dieses Merkmal zu schnell für EC vereinnahmt wird. Wenn ich mir ansehe, daß es in den vergangenen Jahrzehnten gerade die großen Kirchen in Deutschland waren, insbesondere die EKD-Gliedkirchen, die sich hier stark engagiert (und dabei andere wesentliche Seiten des Evangeliums vernachlässigt) haben, denke ich aber doch, daß das wohl vor allem eine Wiederentdeckung für den freikirchlichen Bereich ist. Ob man das dann “EC” nennen möchte oder nicht …
Kritischer sehe ich allerdings die prinzipielle Offenheit des EC-Gedanken. Man mag natürlich positiv erwähnen, daß so vorschnellen Einseitigkeiten und Festzurrungen ein Riegel vorgeschoben wird – andererseits ist diese prinzipielle Offenheit m.E. oftmals nichts anderes als Ausdruck einer relativ bescheidenen Theologie, die hinter dieser Bewegung steckt. Ich unterscheide ganz bewußt zwischen “Dogmatik” und “Dogmatismus”. Letzterer tut keiner Bewegung gut, Dogmatik an sich, also die wirklich umfassende durchdachte Begründung einer Bewegung, halte ich dagegen für unverzichtbar für ein Konzept, das langfristig Wirkung zeigen soll. Ich sehe bei der EC-Bewegung meistens viele einzelne Baustellen, an denen aufgrund von Erfahrungen mit Mißerfolgen neu gearbeitet werden soll, selten aber eine theologische Begründung und Reflexion dieser Baustellen insgesamt – ob man da nicht vor lauter Baustellen irgendwann das Ganze aus den Augen verliert?
Nur so ein paar Assoziationen dazu …
Liebe Grüße,
Tobias