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	<title>theolobias.de &#187; Gemeinde &amp; Theologie</title>
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	<description>rund um Musik, Glaube, Theologie, Zeitgeschehen &#38; mehr</description>
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		<title>Der gro&#223;e Lobpreis-Schlamassel</title>
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		<pubDate>Mon, 15 Jun 2009 09:28:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Theolobias</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gemeinde & Theologie]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
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		<category><![CDATA[Lobpreis]]></category>
		<category><![CDATA[Michael Spencer]]></category>
		<category><![CDATA[Worship]]></category>

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		<description><![CDATA[Wir Europäer haben ja hin und wieder die Neigung, Amerikanern Oberflächlichkeit, Naivität und mangelhafte Kritikfähigkeit nachzusagen. Das gilt auch für Christen. Manches, was irgendwie neumodisch erscheint und uns aus irgendeinem Grund nicht gefällt, stellen wir vorsorglich unter den Verdacht, aus den USA importiert worden zu sein. Tatsächlich stammt ein Großteil unserer eigenen modernen Worship-Kultur, die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wir Europäer haben ja hin und wieder die Neigung, Amerikanern Oberflächlichkeit, Naivität und mangelhafte Kritikfähigkeit nachzusagen. Das gilt auch für Christen. Manches, was irgendwie neumodisch erscheint und uns aus irgendeinem Grund nicht gefällt, stellen wir vorsorglich unter den Verdacht, aus den USA importiert worden zu sein.</strong></p>
<p>Tatsächlich stammt ein Großteil unserer eigenen modernen Worship-Kultur, die von uns selbst beileibe nicht immer kritisch betrachtet wird, entweder direkt aus den USA, oder aber kann man sie auf dem Umweg über Großbritannien und Australien auf dieses Herkunftsland zurückführen. Da ist es vielleicht ganz ratsam, auch einmal solche Stimmen aus den USA zu Wort kommen zu lassen, die – entgegen des beliebten Vorurteils – durchaus kritikfähig sind und auch uns Gewichtiges zu sagen haben:</p>
<p><a title="zur Bio von &quot;iMonk&quot; Michael Spencer" href="http://www.internetmonk.com/michael-spencer-the-internet-monk" target="_blank">Michael Spencer</a> hat mir die freundliche Erlaubnis erteilt, einen seiner letzten Blogartikel ins Deutsche zu übersetzen und hier zu veröffentlichen. Die Übersetzung ist so Pi mal Daumen und noch deutlich vom Südstaaten-Lokalkolorit gekennzeichnet, aber ich denke, die Intention wird klar und paßt wunderbar auf hiesige Verhältnisse.</p>
<p> <span id="more-198"></span>
<p>__________________________________________________________________________</p>
<p><img style="border-bottom: 0px; border-left: 0px; margin: 0px 15px 0px 0px; display: inline; border-top: 0px; border-right: 0px" title="Michael Spencer" border="0" alt="Michael Spencer" align="left" src="http://www.theolobias.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/06/michael-spencer.jpg" width="102" height="138" /> <em>Michael Spencer ist baptistischer Theologe, lebt mit seiner Familie in Kentucky und ist u.a. für die Blogs “</em><a title="internetmonk.com - Dispatches from the post evangelical wilderness." href="http://www.internetmonk.com/" target="_blank"><em>internetmonk.com</em></a><em>” und “</em><a title="Jesus Shaped Spirituality" href="http://jesusshaped.wordpress.com/" target="_blank"><em>Jesus Shaped Spirituality</em></a><em>” verantwortlich.</em></p>
<p><em>Vor einigen Monaten hat er bei Evangelikalen und weit darüber hinaus mit drei Artikeln über “</em><a title="zur Übersichtsseite der drei Artikel über &quot;The Coming Evangelical Collapse&quot;" href="http://www.internetmonk.com/archive/the-original-coming-evangelical-collapse-posts" target="_blank">The Coming Evangelical Collapse</a><em></em><em>” (“Der bevorstehende Zusammenbruch der evangelikalen Bewegung”) für Aufsehen gesorgt.</em></p>
<p><em>__________________________________________________________________________</em></p>
<p>&#160;</p>
<p>&#160;</p>
<blockquote><h2 align="center">Der große Lobpreis-Schlamassel</h2>
<p align="center"><strong> (“<a title="zum englischsprachigen Original des Artikels auf internetmonk.com" href="http://www.internetmonk.com/archive/the-big-worship-goof" target="_blank">The Big Worship Goof</a>”)</strong></p>
<p><strong></strong></p>
<p><strong><a title="zur Bildquelle bei ASBO Jesus" href="http://asbojesus.wordpress.com/2009/03/24/684/" target="_blank"><img style="border-bottom: 0px; border-left: 0px; display: block; float: none; margin-left: auto; border-top: 0px; margin-right: auto; border-right: 0px" title="What&#39;s stopping you" border="0" alt="What&#39;s stopping you" src="http://www.theolobias.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/06/whats-stopping-you.jpg" width="620" height="212" /></a>&#160;</strong></p>
<p>Meine derzeitige Schreibtätigkeit wird von einer wichtigen Prämissen geprägt: daß die Evangelikalen zu einer Bewegung geworden sind, die sich im Grunde selbst zerstört.</p>
<p>Nirgendwo wird das deutlicher als in der jüngsten Entwicklung des Lobpreises im Evangelikalismus.</p>
<p>Kann jemand – und das meine ich ernst! – irgendwie erklären, was in der Anbetungskultur von Evangelikalen tatsächlich vor sich geht?</p>
<p>Innerhalb einer Zeitspanne von 50 Jahren haben wir das ganze Konzept davon, was ein Lobpreis-Gottesdienst ist, komplett über den Haufen geworfen. Wir haben uns eine Herangehensweise angeeignet, die einen geradezu haarsträubenden Grad musikalischer, technischer und finanzieller Anstrengungen und Mittel erfordert.</p>
<p>Wir haben uns der christlichen Musikindustrie verschrieben und mit ihr ihrem schier endlosen Appetit auf Abwechslung und Profit. Wir haben uns damit abgefunden, daß unsere Lobpreis-Leiter immer jünger werden. Traditionelle Anbetung – wie sie z.B. in der Tenth Presbyterian Church in Philadelphia praktiziert wird – droht zum Museumsrelikt zu verkommen.</p>
<p>Die Reformierten – ausgerechnet sie! – sind auf diesem revolutionären Weg vorangegangen. Letzte Woche besuchte ich ein Seminar, in dem einem ganzen Saal voller reformierter Christen beigebracht wurde, warum die beste aller Möglichkeiten, in die Anbetung zu führen und sie zu gestalten, „die Band“ ist. Nicht der Chor, das Lobpreis-Team etc. Nein, es ist „die Band“. Begreift eigentlich irgendwer, was das für den Lobpreis insgesamt bedeutet? </p>
<p>Was auf der Strecke bleibt sind Vielfalt, die Generationen umfassende und verbindende Aspekte, selbst Schlichtheit der Anbetung. Statt dessen ist Lobpreis nun ein großes Publikumsevent, geleitet von erfahrenen und geschulten Unterhaltern, auf eine bestimmte Bevölkerungsschicht ausgerichtet und nur noch dem Urteil der Zuschauerreaktion unterworfen.</p>
<p>Gott? Gott wurde dabei das eine Mal so behandelt, als wäre er ein Störenfried, den wir mit unseren Liedern zum Schweigen bringen müßten, ein anderes Mal, als sei er ein göttlicher Innovator, der das am meisten segnet, was so radikal wie möglich verändert wird.</p>
<p>Warum nun nenne ich das einen „Schlamassel“? Ganz einfach: weil es nicht gut enden kann. Es ist wie mit einem Rennwagen, dessen Drosselklappe offensteht. Wir sind in einer Achterbahn gefangen, aus der wir nicht herauskommen.</p>
<p>Anbetung ist zu einem Fachbegriff der Musik geworden. Lob und Anbetung bedeuten – Musik. „Laßt uns anbeten“ heißt: „Die Band wird jetzt spielen“. Die Aussage „Wir müssen dem Lobpreis mehr Zeit widmen“ zielt nicht mehr auf das stille Gebet oder die gottesdienstliche Schriftlesung oder auf irgendeine Art teilhabender und teilnehmender Liturgie ab. Sie bedeutet – Musik.</p>
<p>Sogar das gemeinsame Singen verliert dabei an Bedeutung. Wo Lautstärke und Darbietung immer weiter nach oben geschraubt werden – wen kümmert es da noch, ob jemand singt?</p>
<p>Und wer kann eigentlich 20, 30, 40 Minuten lang stehen?</p>
<p>Zwar haben wir jetzt jede Menge fröhlicher Menschen – nur haben sie keine Ahnung davon, was biblische Anbetung jenseits dessen bedeutet, seine Lieblingssongs von einer coolen Band gespielt zu hören. Sie haben kaum eine Ahnung von der Art von Lobpreis, der sich etwa in der Entfaltung der eigenen Begabung abspielt, in der Familie, am Arbeitsplatz oder einfach in der Stille. Sie betrachten ihre Lieblingssongs als den Ort des eigentlichen spirituellen Erlebens.</p>
<p>Wir haben es gründlich verbockt. Was wir brauchen: Eine einfache und klare Liturgie. Vielfalt und Einbeziehung aller. Die Wertschätzung und das ganzheitliche Verstehen der Bibel. Generationsübergreifende Strukturen und Mißtrauen gegenüber dem Motiv des Profits. Die Absage an den Geist des Wettbewerbs. Das Hören auf die Warnung der Propheten, wenn sie davon reden, daß Gott sich von Israels Anbetungskultur, die auf eine „große Show“ statt auf Echtheit setzt, abgestoßen fühlt. All das brauchen wir.</p>
<p>Wir sind darauf angewiesen, daß Jesus unserem Lobpreis Gestalt gibt, und wir haben eine Form der Anbetung nötig, die eine einfache, direkte, kompromißlose, von Jesus selbst geformte Spiritualität begünstigt.</p>
</blockquote>
<div class="seitzeichen" style="margin: 10px 0;"><script type="text/javascript">szu='http%3A%2F%2Fwww.theolobias.de%2F2009%2F06%2F15%2Fder-grosse-lobpreis-schlamassel%2F'; szt='Der+gro%26szlig%3Be+Lobpreis-Schlamassel';</script><script type="text/javascript" src="http://w3.seitzeichen.de/w/62/83/widget_62839c1b9540c2f7322c9fec92dc0543.js"></script></div>]]></content:encoded>
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		<title>Herr K. besucht einen Gottesdienst</title>
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		<pubDate>Sat, 14 Feb 2009 12:35:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Theolobias</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gemeinde & Theologie]]></category>
		<category><![CDATA[fiktives Gottesdienst-Protokoll]]></category>
		<category><![CDATA[Günter J. Matthia]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein sehr schönes fiktives Gottesdienst-Protokoll hat Günter J. Matthia verfaßt. Wie es Herrn K. wohl stattdessen in einem ganz gewöhnlichen landeskirchlichen Gottesdienst ergangen wäre? Immerhin: in einen Hauskreis hätte ihn dort wohl keiner eingeladen …]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ein sehr schönes fiktives </strong><a title="zum Artikel &quot;Herr K. besucht einen Gottesdienst&quot; von Günter J. Matthia" href="http://gjmatthia.blogspot.com/2009/02/herr-k-besucht-einen-gottesdienst.html" target="_blank"><strong>Gottesdienst-Protokoll</strong></a><strong> hat Günter J. Matthia verfaßt.</strong></p>
<p>Wie es Herrn K. wohl stattdessen in einem ganz gewöhnlichen landeskirchlichen Gottesdienst ergangen wäre? Immerhin: in einen Hauskreis hätte ihn dort wohl keiner eingeladen …</p>
<div class="seitzeichen" style="margin: 10px 0;"><script type="text/javascript">szu='http%3A%2F%2Fwww.theolobias.de%2F2009%2F02%2F14%2Fherr-k-besucht-einen-gottesdienst%2F'; szt='Herr+K.+besucht+einen+Gottesdienst';</script><script type="text/javascript" src="http://w3.seitzeichen.de/w/62/83/widget_62839c1b9540c2f7322c9fec92dc0543.js"></script></div>]]></content:encoded>
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		<title>Christentum und Politik. Adolf Stoeckers Engagement f&#252;r die L&#246;sung der &#8222;Sozialen Frage&#8220;</title>
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		<pubDate>Thu, 12 Feb 2009 20:55:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Theolobias</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gemeinde & Theologie]]></category>
		<category><![CDATA[Studium]]></category>
		<category><![CDATA[Adolf Stoecker]]></category>
		<category><![CDATA[Referat]]></category>

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		<description><![CDATA[Hier gibt es das folgende Referat als PDF-Download. &#160; I. Biographisches „Niemand hat so nachhaltig wie er den theologischen Nachwuchs beeinflußt und auf Jahrzehnte hinaus geprägt“[1], lautet das Urteil des Greifswalder Theologieprofessors Johannes Haußleiter direkt nach dem Tod Adolf Stoeckers, der als gleichermaßen bedeutende wie schillernde Gestalt des Protestantismus und der protestantischen Politik des 19. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a title="Referat zu Adolf Stoecker als PDF downloaden" href="http://www.theolobias.de/downloads/KG-Referat-Adolf-Stoecker.pdf" target="_blank">Hier</a> gibt es das folgende Referat als PDF-Download.</p>
<p>&#160;</p>
<h3>I. Biographisches</h3>
<p><img title="Adolf Stoecker" style="border-right: 0px; border-top: 0px; display: inline; margin: 0px 0px 0px 25px; border-left: 0px; border-bottom: 0px" height="301" alt="Adolf Stoecker" src="http://www.theolobias.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/02/adolfstoecker.jpg" width="219" align="right" border="0" /> „Niemand hat so nachhaltig wie er den theologischen Nachwuchs beeinflußt und auf Jahrzehnte hinaus geprägt“<a href="#_ftn1_3926" name="_ftnref1_3926">[1]</a>, lautet das Urteil des Greifswalder Theologieprofessors Johannes Haußleiter direkt nach dem Tod Adolf Stoeckers, der als gleichermaßen bedeutende wie schillernde Gestalt des Protestantismus und der protestantischen Politik des 19. Jahrhunderts betrachtet werden muß.</p>
<p>Noch Jahrzehnte später nennt ihn der württembergische Landesbischof Theophil Wurm einen „der größten Männer, die der evangelischen Kirche und dem deutschen Volk geschenkt worden sind“<a href="#_ftn2_3926" name="_ftnref2_3926">[2]</a>, um wehmütig anzuschließen: „Die evangelische Kirche hat einen Stoecker unausgenutzt und unverstanden ziehen und sterben lassen. Das ist ihre große Schuld, die sie in der Zeit des äußeren Glücks des deutschen Volkes auf sich geladen hat und die sie teilt mit dem deutschen Kaiserhaus und mit dem deutschen Bürgertum, die sich gerächt hat durch den Sturz in die Tiefe, der 1914 begonnen und 1945 geendet hat.“<a href="#_ftn3_3926" name="_ftnref3_3926">[3]</a></p>
<p>Am 11. Dezember 1835 (ältere Quellen nennen durchweg den 12. Dezember desselben Jahres) wird Adolf Stoecker im sachsen-anhaltinischen Halberstadt als Sohn eines gelernten Schmiedes und späteren Gefängnisinspektors geboren. In Stoeckers Jugend verbindet sich die Welt des Militärs mit Luthers Kleinem Katechismus, dem Gehorsam gegen Gottes Gebote und der treuen Pflichterfüllung gegen das Herrscherhaus von Hohenzollern. Als Gymnasiast verkehrt er im Hause des Geheimen Justizrats Krüger, wo er mit der Erweckungsbewegung in Kontakt kommt und seine spätere Ehefrau Anna, die Tochter Krügers, kennenlernt, die er am 22. Mai 1867 heiratet. Über seine christliche Biographie sagt Stoecker später: „So tief bin ich damals in die Lebensmacht des Christentums hineingeführt, daß ich von da ab niemals wieder ernstlich in Zweifel oder Anfechtung des Glaubens gefallen bin.“<a href="#_ftn4_3926" name="_ftnref4_3926">[4]</a></p>
<p> <span id="more-185"></span>
<p>Von 1854 bis 1857 studiert Stoecker Theologie in Halle a.d.S. und Berlin, beschließt dieses mit gutem Examen und wird anschließend für drei Jahre Hauslehrer beim Grafen Lambsdorff in Kurland (im heutigen Lettland). Nach bestandenem Oberlehrerexamen und einer ausgiebigen Bildungsreise tritt Stoecker 1863 seine erste Pfarrstelle im ländlichen Seggerde an, 1866 wechselt er in die Industriegemeinde Hamersleben, wo er sich unter anderem durch sein Eintreten für eine strenge Kirchenzucht hervortut.</p>
<p>Unter dem Eindruck des preußisch-österreichischen und des französisch-deutschen Krieges schreibt er wöchentliche Kriegsbetrachtungen für die NEKZ (Neue evangelische Kirchenzeitung), deren Herausgeber er 1887 wird. Schon hier wird Stoeckers Verbindung eines nationalen Hochgefühls mit der erwecklichen Frömmigkeit sichtbar, sein Appell gilt einer umfassenden Besinnung auf die eigenen christlich-deutschen Werte. Stoecker wird Divisionspfarrer in Metz, baut dort eine deutsche evangelische Gemeinde auf, gründet eine höhere deutsche Töchter-Schule, einen evangelischen Jünglingsverein, eine Herberge zur Heimat sowie eine Diakonissenstation. Der seinem Engagement nacheilende Ruf führt ihn im Sommer 1874 auf die Stelle des vierten (ab 1883 des zweiten) Hof- und Dompredigers in der Reichshauptstadt Berlin. Dort gewinnt Stoecker an kirchlichem und kirchenpolitischem Einfluß, wobei es ihm vor allem um die Bekämpfung des Liberalismus in und außerhalb der Kirche geht, wozu er als Mitglied der kirchenpolitischen Partei der sog. ‚Positiven Union‘ (umgangssprachlich auch als ‚Hofpredigerpartei‘ benannt) gezielt die NEKZ als Agitationsmittel einsetzt.</p>
<p>Stoeckers erklärter politischer Gegner ist die Sozialdemokratie, die er zunächst durch den 1877 vollzogenen Zusammenschluß der Berliner Stadtmission mit dem Johannes-Stift zu bekämpfen sucht, deren Leitung er von da an innehat. Insgesamt baut Stoecker zur Behebung der sozialen Not und zur Bekämpfung des sozialistischen Gegners auf den Ausbau der Inneren Mission, in der Tradition Wicherns auf die Schaffung von ‚Assoziationen‘ von Christen sowie auf die Stärkung seines kirchenpolitischen Einflusses.</p>
<p>Da die Öffentlichkeitswirkung auf diesem Wege aber nicht ausreicht, gründet er im selben Jahr den ‚Central-Verein für Socialreform auf religiöser und konstitutionell-monarchischer Grundlage‘, der mittels wöchentlicher Versammlungen gegen Atheismus und Sozialdemokratie Stoeckers soziale Anliegen durchsetzen soll. In Folge kommt es am 01. Februar 1878 zur Gründung der ‚Christlich-Sozialen Arbeiterpartei‘ (drei Jahre später umbenannt in ‚Christlich-Soziale Partei‘), mit der Stoecker „eine schrittweise Verbesserung der sozialen Verhältnisse auf dem Boden des Bestehenden, in Liebe und Treue zu Christentum und Vaterland“<a href="#_ftn5_3926" name="_ftnref5_3926">[5]</a>, bewirken will. Diese stößt allerdings auf den ebenso erbitterten wie erfolgreichen Widerstand aus den Reihen der Sozialdemokratie: da Stoecker mit seinem Programm sozialer Verbesserungen bei gleichzeitigem konservativem Beharren auf der Verbindung von Monarchie mit einer breitenwirksamen protestantischen Volkskirche unter der Arbeiterschaft auf wenig Gegenliebe stößt, erleidet die ‚Christlich-Soziale Arbeiterpartei‘ bei den Reichstagswahlen am 30. Juli 1878 eine vernichtende Niederlage.</p>
<p>Stoecker läßt sich davon allerdings nicht entmutigen, von seinem Konzept für die Umgestaltung von Kirche und Gesellschaft ist er aus theologischen und Glaubensgründen nach wie vor überzeugt. Auch die Wirksamkeit der Tätigkeit Stoeckers wird durch die Wahlniederlage nicht gebrochen, nicht zuletzt deshalb, weil seit der großen Wirtschaftskrise im Jahr 1873 die Sinnhaftigkeit der liberalen Wirtschafts- und Gesellschaftsvorstellungen immer wieder massiv bezweifelt wird und der Liberalismus dem mittelständischen Bereich aufgrund der im Zuge der Industrialisierung sich ereignenden Umwälzungen als Irrweg gilt.</p>
<p>Mit vereinfachenden Verzeichnungen der Sozialdemokratie und des Liberalismus entwirft Stoecker ein klares Feindbild und zielt mit seinen einerseits religiösen und theologischen, andererseits national-völkischen und antisemitischen Parolen auf eine Mobilisierung großer Menschenmassen, die er für eine Rechristianisierung der Gesellschaft gewinnen zu können hofft. Stoeckers Tätigkeit ist daher immer zugleich die des Kirchenpolitikers wie die des politischen Agitators, mit beidem bezweckt er die „Geltendmachung der Lebensmächte des Evangeliums für das gesamte öffentliche, sonderlich das soziale Leben“<a href="#_ftn6_3926" name="_ftnref6_3926">[6]</a>. Weil sich die Arbeiterschaft nur schwer für Stoeckers Ziele begeistern läßt, gewinnt der Antisemitismus für seine Überzeugungsarbeit auch der anderen Bevölkerungsschichten immer mehr an Gewicht.</p>
<p>Dabei gerät Stoecker immer mehr in Widerspruch zur Politik des Reichskanzlers Bismarck, für dessen Absetzung er mit seinem sog. ‚Scheiterhaufenbrief‘ intrigiert, der allerdings 1889 wiederum eine öffentliche Verzichtserklärung Stoeckers (der seit 1879 Mitglied des preußischen Abgeordnetenhauses und seit 1881 Mitglied des Reichstags ist) auf jegliche aktive politische Betätigung erzwingt; nur ein Jahr später verliert Stoecker auch den Rückhalt von Kaiser Wilhelm II., der ihn vom Amt des Hofpredigers abberuft. Auch innerhalb des kirchlichen Raums erlebt Stoecker massiven Widerstand, etwa in Form der mehrmaligen Zurückweisung seiner sozialpolitischen Zielsetzungen durch den Evangelischen Oberkirchenrat, aber auch durch Kräfte der ‚Positiven Union‘, die in Stoeckers sozialpolitischem Engagement – entgegen dessen eigentlicher Intention – ein Hindernis für die Beibehaltung der staatstragenden konservativen Verhältnisse und die Konsolidierung der protestantischen Volkskirche sehen.</p>
<p>Zeit seines Lebens ist Stoecker der Auffassung, daß die Entkirchlichung und Entchristlichung weiter Teile der Bevölkerung ein oberflächliches Phänomen und der Großteil der Deutschen im Grunde nach wie vor christlich gesonnen sei. In dem Glauben, mit der Stärkung des kirchlichen Selbstbewußtseins die Rechristianisierung der Gesellschaft und zugleich die Festigung des noch herrschenden Ständesystems vorantreiben zu können, plädiert er für eine größere Unabhängigkeit der Kirche vom Staat, erreicht in Verbindung mit seiner politischen Agitation letztlich aber eher das Gegenteil: Stoecker erkennt nicht, daß die Gründe für die Entkirchlichung und Entchristlichung der Bevölkerung wesentlich tiefer liegen, als von ihm angenommen.</p>
<p>Als das von Kaiser Wilhelm II. erlassene Sozialistengesetz greift und Reichskanzler Bismarck im Jahr 1890 entlassen wird, wähnt Stoecker eine neue Chance für die Durchsetzung seiner sozial- und kirchenpolitischen Bestrebungen. Es kommt zu einer Verbindung der Christlich-Sozialen Partei mit den Deutschkonservativen, Stoecker sieht „eine neue Kulturentwicklung“<a href="#_ftn7_3926" name="_ftnref7_3926">[7]</a> anbrechen und konstatiert feierlich: „Die Mitternacht deutschen Lebens ist vorüber, die Sterne sind da; noch liegt auf der Erde der Nebel, aber die Sonne wird aufgehen und alle Nebel verscheuchen.“<a href="#_ftn8_3926" name="_ftnref8_3926">[8]</a></p>
<p>Allein, Stoecker überschätzt seine Möglichkeiten. Er verliert nach und nach die Unterstützung der Konservativen, verwirft sich mit den Deutschkonservativen, muß die Abspaltung einiger seiner Parteimitstreiter zur ‚Nationalsozialen Partei‘ hinnehmen und wird 1896 zum Austritt aus der von ihm selbst gegründeten Christlich-Sozialen Partei gedrängt. Seine weitreichenden Zielsetzungen sind damit endgültig zerstört, sein Wirkungskreis wird zunehmend enger, so sehr er auch immer wieder neue Anläufe für sein Anliegen starten zu können glaubt.</p>
<p>Am 07. Dezember 1909 stirbt Stoecker im südtirolischen Gries und wird sechs Tage später, am 13. Februar 1909, auf dem Friedhof der Dreifaltigkeitskirche in Berlin-Kreuzberg beigesetzt.</p>
<p>Seine Wirkung ist damit allerdings keineswegs beendet, so massiv Stoeckers Rückhalt in seinen letzten Lebensjahren auch geschwunden ist. Noch bis in die Zeit des kirchlichen Neuanfangs nach 1945 wird Stoeckers Konzept einer umfassenden Rechristianisierung der Gesellschaft durch das Zusammenwirken der Kirche mit der Politik rezipiert und umzusetzen versucht. Nachträglich betrachtet freilich hat Stoeckers Wirken nolens volens zu einem „Verlust von christlicher Substanz, zur Aushöhlung der Glaubwürdigkeit seiner Kirche und zur Verzerrung ihrer Verkündigung“<a href="#_ftn9_3926" name="_ftnref9_3926">[9]</a> geführt.</p>
<p>&#160;</p>
<h3>II. Antisemitismus</h3>
<p>Stoeckers Antisemitismus repräsentierte niemals das Ganze der in konservativen, aber auch manchen liberalen Strömungen noch bis nach 1945 anzutreffenden Aversionen gegenüber „den Juden“<a href="#_ftn10_3926" name="_ftnref10_3926">[10]</a>. Gleichwohl ist sein direkter oder indirekter Einfluß auf diese Strömungen und die daraus erwachsenden Geschehnisse während der Zeit des Nationalsozialismus und des Kirchenkampfes nicht zu unterschätzen.</p>
<p>Als Kirchenmann rekurriert Stoecker vornehmlich auf die lange Tradition des kirchlichen Antijudaismus. So gelten ihm „die Juden“ in Predigten und kirchlichen Vorträgen als exponiertes Beispiel für die Strafe Gottes für diejenigen, welche seine Gebote verachten, mithin kann er sie auf dieselbe Ebene wie die Heiden rücken. So dient ihm das Bild des aufgrund seines Unglaubens „verworfenen Gottesvolks“ als Mahnung an die Christen.</p>
<p>Noch radikalere und den Begriff des Antisemitismus vollends rechtfertigende Töne sind zu vernehmen, wenn der Politiker Stoecker in Blick genommen wird, vornehmlich nach der ‚konservativen Kehre‘ Bismarcks. Hier gewinnt Stoeckers antisemitische Propagandatätigkeit ihre zentrale Bedeutung: so werden „die Juden&quot; von ihm gleichgesetzt mit den Kräften des wirtschaftlichen Liberalismus und Kapitalismus, dem Geist des auf politische Emanzipation drängenden Linksliberalismus sowie der revolutionären Sozialdemokratie und erscheinen ihm so als Gefährdung der entscheidenden Grundlagen und Werte, auf denen das Kaiserreich, das Stoecker verteidigt wissen will, basiert. Stoeckers Antisemitismus kann insofern als das exakte Gegenbild zu der von ihm ersehnten und erstrebten nationalen und christlichen Gesellschaft verstanden werden. So unterstellt er, das Judentum kenne nicht die Freude am Vaterland, nicht die emotionale Hochschätzung der eigenen Nation, es sei individualistisch und international zugleich und deshalb darauf aus, „das nationale Leben der Völker zu untergraben, sie materiell und geistig zu beugen, sie zu beherrschen“<a href="#_ftn11_3926" name="_ftnref11_3926">[11]</a>.</p>
<p>Vor dem Hintergrund dieser Schwarzfolie des Judentums verlieren auch kirchliche Konflikte an Bedeutung, weshalb Stoecker nicht mehr vom Geist des Protestantismus oder der evangelischen Kirche, sondern vom christlichen Geist und der christlichen Weltanschauung schlechthin sprechen kann.</p>
<p>Zwar behauptet Stoecker mehrfach, er kämpfe nur gegen ein „entartetes“, vom Glauben an die Väter abgefallenes „modernes“ Judentum, andererseits verbindet er den traditionellen kirchlichen Antijudaismus immer wieder mit seinem national-konservativen Antisemitismus und widerlegt damit seine ausdrückliche Verwahrung gegen den Vorwurf desselben.<a href="#_ftn12_3926" name="_ftnref12_3926">[12]</a> Gegen die russischen Pogrome von 1881 distanziert er sich niemals eindeutig, auch danach betrachtet er „[d]as Judentum im öffentlichen Leben [als] eine Gefahr für das Deutsche Reich“<a href="#_ftn13_3926" name="_ftnref13_3926">[13]</a> (so der Titel einer Rede vom 03. Februar 1882), sieht „Rasse gegen Rasse“<a href="#_ftn14_3926" name="_ftnref14_3926">[14]</a> stehen und erklärt in Berlin, es gehe angesichts der ‚Judenfrage‘ um „Sein oder Nichtsein“<a href="#_ftn15_3926" name="_ftnref15_3926">[15]</a>, womit er seine Position für das Eindringen des Rassenantisemitismus öffnet.</p>
<p>Im Kontext seiner politischen Agitation dient Stoeckers Antisemitismus der Mobilisierung der Massen, nachdem er mit seiner Christlich-Sozialen Arbeiterpartei gescheitert war. Die radikalen Antisemiten seiner Zeit kann er mit seiner antisemitischen Demagogie dennoch nicht gewinnen, zu fern stehen sie seinem Anliegen eines politischen, „auf die Zusammenfassung und Integration aller wahrhaft deutschen, nationalen und konservativen Kräfte“<a href="#_ftn16_3926" name="_ftnref16_3926">[16]</a> zum Zwecke der Rechristianisierung der Gesellschaft ausgerichteten Protestantismus.</p>
<p>Wie sich Stoecker selbst in erster Linie als Prediger und Mann der Kirche versteht, so hat auch sein Antisemitismus im kirchlichen Raum den breitesten Widerhall gefunden. Hier sind exemplarisch drei Bischöfe der neu formierten Evangelischen Kirche in Deutschland nach 1945 zu nennen: Theophil Wurm, Hans Meiser und Otto Dibelius, die trotz der Katastrophe der Shoah keinen Hehl daraus machten, maßgeblich von Stoecker beeinflußt worden zu sein, und die noch während des Nationalsozialismus – bei zugestandener Ablehnung eines dezidierten Rassenantisemitismus und Bestürzung über die Massenvernichtung von Juden – antisemitische Parolen Stoeckers wiederholten oder zumindest in variierter Form zu rechtfertigen suchten. So wurden mit ihnen (obgleich Wurm, Meiser und Dibelius der Bekennenden Kirche zugehörig waren), weite Kreise der Evangelischen Kirche zwischen 1939 und 1945 zu „Gefangenen des eigenen volkskirchlichen Konzepts“<a href="#_ftn17_3926" name="_ftnref17_3926">[17]</a>, das angesichts der verschlossenen Türen zur politischen Mitte und Linken und der damit einhergehenden Einengung des kirchlichen Lagers nach einer Öffnung nach ‚rechts‘ verlangte.</p>
<p>&#160;</p>
<h3>III. Der Evangelisch-Soziale Kongreß</h3>
<p>1890 ruft Stoecker den bis 1945 bestehenden ‚Evangelisch-Sozialen Kongreß‘ ins Leben, ein Forum, dessen Aufgabe es sein soll, „für das Verhalten der positiv gerichteten Evangelischen aller Richtungen gewisse gemeinsame Grundlinien zu finden“<a href="#_ftn18_3926" name="_ftnref18_3926">[18]</a>. Diese Grundlinien werden nach Stoecker nötig angesichts der „drohende[n] Gefahr, welche in dem Wachstum der Sozialdemokratie und ihrer zunehmenden Entfremdung von der Kirche beschlossen ist“<a href="#_ftn19_3926" name="_ftnref19_3926">[19]</a>.</p>
<p>Kann Stoecker den jährlich stattfindenden Kongreß in den ersten zwei Jahren noch maßgeblich im Sinne seiner Frontstellung zur Sozialdemokratie gestalten, so treten nach und nach die Unvereinbarkeiten verschiedener Lager zutage, sodaß im Fortschreiten der Kongresse eine zunehmend größere Akzeptanz der Sozialdemokratie erkennbar wird und Stoeckers ‚sozialmonarchische‘ politische Konzeption immer weniger Anhänger findet.</p>
<p>Stoecker muß diese Entwicklung, obgleich von ihm nicht erwünscht, hinnehmen: sein erklärtes Anliegen, eine handlungsfähige gesamtkirchliche Bewegung zu schaffen, die gleichzeitig die Monarchie gegenüber der Sozialdemokratie zur Geltung bringen und die soziale Ausgestaltung des Kaisertums propagieren soll, steht dem im Wege und zwingt ihn zum politischen Spagat.</p>
<p>Von nun an nimmt die Arbeit an sozialen Sachfragen deutlich mehr Raum ein. Erst, als die unterschiedlichen Stellungen zur Sozialdemokratie als allzu unvereinbar erscheinen, scheidet Stoecker 1896 aus dem Evangelisch-Sozialen Kongreß aus, zumal zwei Mitglieder des Aktionskomitees, Adolf Harnack und Hans Delbrück, ihre Teilnahme am bevorstehenden Kongreß vom Rücktritt Stoeckers vom Amt des zweiten Vorsitzenden abhängig gemacht hatten.</p>
<p>Zwischen 1890 und 1895 hält Stoecker vier Referate auf dem Evangelisch-Sozialen Kongreß: ‚Unsere Stellung zur Sozialdemokratie‘ (1890), ‚Individualismus und Sozialismus‘ (1891), ‚Das Sonntagsgesetz und seine Konflikte im Volksleben‘ (1893) sowie ‚Die soziale Lage der Frauen‘ (1895). Letzteren hält Stoecker als Koreferat, nachdem er Elisabeth Gnauck-Kühne gegen manche Widerstände als Hauptreferentin durchsetzt und damit zur ersten Referentin auf einer evangelischen Versammlung in Deutschland macht.</p>
<p>Sein Vortrag von 1890 wird als Grundsatzreferat für den Kongreß gehalten, ‚Individualismus und Sozialismus‘ entwirft den geistesgeschichtlichen Rahmen zu Stoeckers Stellung zur Sozialdemokratie. Das Referat von 1893 behandelt spezielle einzelne Verordnungen, während Stoecker mit ‚Die soziale Lage der Frauen‘ die aufkeimende Frauenbewegung für sein Konzept der Rechristianisierung der Gesellschaft – und gegen emanzipatorische Bestrebungen von Frauen – instrumentalisieren will.</p>
<p>&#160;</p>
<h3>Zur Literatur:</h3>
<p>Das Referat wurde im Wesentlichen anhand der in den Fußnoten angegebenen Literatur erstellt, zusätzlich wurde als Quelle herangezogen: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Adolf_Stoecker">http://de.wikipedia.org/wiki/Adolf_Stoecker</a> (Stand: 20. Januar 2009)</p>
<p>&#160;</p>
<hr align="left" width="33%" size="1" />
<p><a href="#_ftnref1_3926" name="_ftn1_3926">[1]</a> Zitiert nach: M. Greschat, Adolf Stoecker und der deutsche Protestantismus, in: G. Brakelmann / M. Greschat / W. Jochmann (Hg.), Protestantismus und Politik. Werk und Wirkung Adolf Stoeckers, Hamburg 1982, 21.</p>
<p><a href="#_ftnref2_3926" name="_ftn2_3926">[2]</a> Zitiert nach: W. Jochmann, Einleitung, a.a.O., 7.</p>
<p><a href="#_ftnref3_3926" name="_ftn3_3926">[3]</a> Ebd.</p>
<p><a href="#_ftnref4_3926" name="_ftn4_3926">[4]</a> Zitiert nach: M. Greschat, Adolf Stoecker, in: Ders. (Hg.), Gestalten der Kirchengeschichte, Bd. 9/2, Stuttgart u.a. 1985, 262.</p>
<p><a href="#_ftnref5_3926" name="_ftn5_3926">[5]</a> A.a.O., 265.</p>
<p><a href="#_ftnref6_3926" name="_ftn6_3926">[6]</a> So A. Stoecker, zitiert nach: M. Greschat, a.a.O., 267.</p>
<p><a href="#_ftnref7_3926" name="_ftn7_3926">[7]</a> A.a.O., 274.</p>
<p><a href="#_ftnref8_3926" name="_ftn8_3926">[8]</a> Ebd.</p>
<p><a href="#_ftnref9_3926" name="_ftn9_3926">[9]</a> A.a.O., 276.</p>
<p><a href="#_ftnref10_3926" name="_ftn10_3926">[10]</a> Schlagworte wie „die Juden“, „entartet“, „verworfenes Gottesvolk“ etc. ziehen sich bekanntermaßen laufend durch antijudaistische und antisemitische Äußerungen, weshalb sie hier zwar in Anführungszeichen gesetzt, nicht aber mit näheren Belegen versehen werden. Es sei deshalb darauf hingewiesen, daß die Wiedergabe solcher Schlagworte im vorliegenden Abschnitt – trotz dem Verzicht auf Belege – keine Aneignung derselben darstellt.</p>
<p><a href="#_ftnref11_3926" name="_ftn11_3926">[11]</a> So A. Stoecker, zitiert nach: M. Greschat, Protestantischer Antisemitismus in Wilhelminischer Zeit – Das Beispiel des Hofpredigers Adolf Stoecker, in: G. Brakelmann / M. Rosowski (Hg.), Antisemitismus. Von religiöser Judenfeindschaft zur Rassenideologie, Göttingen 1989, 31.</p>
<p><a href="#_ftnref12_3926" name="_ftn12_3926">[12]</a> Vgl. a.a.O., 32f.</p>
<p><a href="#_ftnref13_3926" name="_ftn13_3926">[13]</a> A.a.O., 33.</p>
<p><a href="#_ftnref14_3926" name="_ftn14_3926">[14]</a> Ebd.</p>
<p><a href="#_ftnref15_3926" name="_ftn15_3926">[15]</a> Ebd.</p>
<p><a href="#_ftnref16_3926" name="_ftn16_3926">[16]</a> A.a.O., 38.</p>
<p><a href="#_ftnref17_3926" name="_ftn17_3926">[17]</a> So M. Greschat, a.a.O., 45. Eine These, die freilich stark diskussionsbedürftig ist. So muß erstens die Frage gestellt werden, ob eine solche monokausale Begründung für die Öffnung nach ‚rechts‘ nicht allzu vereinfachend ist, zweitens wirkt die Rede von „Gefangenen“ verharmlosend: wer Antisemitismus Vorschub leistet (ganz gleich, welche Gründe und Motive dafür eine Rolle spielen mögen), ist immer auch Täter.</p>
<p><a href="#_ftnref18_3926" name="_ftn18_3926">[18]</a> So in der Einladung der Initiatoren des ersten Kongresses, zitiert nach: H. Wahlhäuser, Adolf Stoeckers Wirken auf dem Evangelisch-Sozialen Kongreß, in: T. Strohm / J. Thierfelder (Hg.), Diakonie im Deutschen Kaiserreich (1871-1918), Heidelberg 1995, 356.</p>
<p><a href="#_ftnref19_3926" name="_ftn19_3926">[19]</a> Ebd.</p>
<div class="seitzeichen" style="margin: 10px 0;"><script type="text/javascript">szu='http%3A%2F%2Fwww.theolobias.de%2F2009%2F02%2F12%2Freferat-ueber-adolf-stoecker%2F'; szt='Christentum+und+Politik.+Adolf+Stoeckers+Engagement+f%26uuml%3Br+die+L%26ouml%3Bsung+der+%26bdquo%3BSozialen+Frage%26ldquo%3B';</script><script type="text/javascript" src="http://w3.seitzeichen.de/w/62/83/widget_62839c1b9540c2f7322c9fec92dc0543.js"></script></div>]]></content:encoded>
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		<title>Interview auf ekkaleo.de</title>
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		<pubDate>Mon, 05 Jan 2009 11:00:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Theolobias</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gemeinde & Theologie]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[David Decker]]></category>
		<category><![CDATA[ekkaleo.de]]></category>
		<category><![CDATA[Tobias Lampert im Interview]]></category>

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		<description><![CDATA[Vor einigen Tagen hatte ich die große Ehre, David Decker ein Interview für ekkaleo.de zu geben. &#160; &#160; Das Ergebnis (es geht um die Themen Musik, Theologie &#38; Glaube, Emerging Church …) kann per Klick auf das Bild oder folgenden Link nachgelesen werden: Musik und Theologie – Tobias Lampert im Interview &#160; An dieser Stelle [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Vor einigen Tagen </strong><strong>hatte ich die große Ehre, <a title="zum Profil von David Decker auf ekkaleo.de" href="http://ekkaleo.de/ueber-uns/autor/" target="_blank">David Decker</a> ein Interview für ekkaleo.de zu geben.</strong></p>
<p>&#160;</p>
<p><a title="zum Interview auf ekkaleo.de" href="http://ekkaleo.de/2009-01/musik-theologie-tobias-lampert-interview/" target="_blank"><img title="ekkaleo-Interview" style="border-top-width: 0px; display: block; border-left-width: 0px; float: none; border-bottom-width: 0px; margin: 0px auto; border-right-width: 0px" height="430" alt="ekkaleo-Interview" src="http://www.theolobias.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/01/ekkaleointerview.jpg" width="644" border="0" /></a></p>
<p>&#160;</p>
<p>Das Ergebnis (es geht um die Themen Musik, Theologie &amp; Glaube, Emerging Church …) kann per Klick auf das Bild oder folgenden Link nachgelesen werden:</p>
<p align="center"><a title="zum Interview auf ekkaleo.de" href="http://ekkaleo.de/2009-01/musik-theologie-tobias-lampert-interview/" target="_blank">Musik und Theologie – Tobias Lampert im Interview</a></p>
<p align="justify">&#160;</p>
<p align="justify">An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an David für die spannenden Fragen und den guten Kontakt (er hat mir auch schon so manche technische Hilfestellung bei der Erstellung von theolobias.de gegeben)! Im Gegenzug werde ich hier bei Gelegenheit ein “Revanche-Interview” mit David führen – wem ekkaleo.de bislang nicht bekannt ist, sollte auf jeden Fall einmal darauf herumstöbern: da gibt es sehr viel Lesens-, Hörens- und Nachdenkenswertes zu entdecken!</p>
<div class="seitzeichen" style="margin: 10px 0;"><script type="text/javascript">szu='http%3A%2F%2Fwww.theolobias.de%2F2009%2F01%2F05%2Finterview-auf-ekkaleode%2F'; szt='Interview+auf+ekkaleo.de';</script><script type="text/javascript" src="http://w3.seitzeichen.de/w/62/83/widget_62839c1b9540c2f7322c9fec92dc0543.js"></script></div>]]></content:encoded>
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		<title>Mein Wille geschehe?</title>
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		<pubDate>Fri, 02 Jan 2009 17:10:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Theolobias</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gemeinde & Theologie]]></category>
		<category><![CDATA[christbook.com]]></category>
		<category><![CDATA[Facebook]]></category>
		<category><![CDATA[Jesus.de]]></category>
		<category><![CDATA[pro-Medienmagazin]]></category>
		<category><![CDATA[studiVZ]]></category>

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		<description><![CDATA[Vor einigen Monaten hatte ich mich dazu entschlossen, der neuen Online-Community “christbook.com” beizutreten, sozusagen einem (zumindest dem Anspruch nach) Pendant zu studiVZ oder auch Facebook für Christen. Abgesehen von der grundsätzlichen Frage, wie sinnvoll so ein Angebot angesichts bereits etablierter Möglichkeiten wie Jesus.de oder eben auch Facebook (wo “christliche” Netzwerke gut und einfach realisierbar sind) [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Vor einigen Monaten hatte ich mich dazu entschlossen, der neuen Online-Community “</strong><strong><a title="zu christbook.com" href="http://www.christbook.com/" target="_blank">christbook.com</a></strong><strong>” beizutreten, sozusagen einem (zumindest dem Anspruch nach) Pendant zu <a title="zu studiVZ" href="http://www.studivz.net/" target="_blank">studiVZ</a> oder auch <a title="zu Facebook" href="http://de-de.facebook.com/" target="_blank">Facebook</a> für Christen.</strong></p>
<p><img title="christbook" style="border-right: 0px; border-top: 0px; display: inline; margin: 10px 0px 5px; border-left: 0px; border-bottom: 0px" height="166" alt="christbook" src="http://www.theolobias.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/01/christbook.jpg" width="644" border="0" /> </p>
<p>Abgesehen von der grundsätzlichen Frage, wie sinnvoll so ein Angebot angesichts bereits etablierter Möglichkeiten wie <a title="zu Jesus.de" href="http://www.jesus.de/" target="_blank">Jesus.de</a> oder eben auch Facebook (wo “christliche” Netzwerke gut und einfach realisierbar sind) ist, entwickelte sich der “Community”-Aspekt bei christbook.com sehr schleppend: bis heute hat die Plattform etwa 140 Mitglieder, die Konversationsdichte und der Neuigkeitswert tendieren dabei gegen Null.</p>
<p>&#160;</p>
<p>Einige “Aufregung” verursachte auch der Umstand, daß einer der Leute, die als Macher hinter&#160; christbook.com stehen, ein gewisser Dr. Jack Nasher ist – bekannt ausgerechnet aus der Pro7-Sendung “The Next Uri Geller”, wo er als “Mentalist” auftrat. Ein anderer ist Daniel Langwasser, der neben christbook.com pikanterweise auch noch für eine Website für Aktphotographie verantwortlich ist. (Einen etwas ausführlicheren Artikel dazu findet man <a title="zum Artikel auf dem Blog vom pro-Medienmagazin" href="http://www.blog.pro-medienmagazin.de/2008/11/18/christliche-community-der-zauber-eines-mentalisten/" target="_blank">hier</a>.) Nun sollte man deshalb zwar nicht gleich den Teufel an die Wand malen, aber bei einem Angebot, das sich selbst als “The Christian Community” bewirbt, hinterläßt das doch zumindest Fragezeichen.</p>
<p>&#160;</p>
<p>Ich hatte versucht, die Fragezeichen zur Sprache zu bringen, woraufhin sich eine eigentlich ganz angenehme Unterhaltung mit einer weiteren Betreiberin von christbook.com ergab. Es steht mir nicht zu, über den Glauben anderer Menschen, die ich zudem nur “virtuell” kenne, zu urteilen – und doch muß und will ich zugeben, daß der Ertrag dieser Unterhaltung mein Unwohlsein bestätigt und verschärft hat: was da unter “Christsein” verstanden wurde, erschien und erscheint mir äußerst dürftig bis wiederum fragwürdig; eine wirklich von der christlichen Botschaft her verstandene inhaltliche Zielsetzung von christbook.com war für mich gänzlich unerkennbar und ist es bis heute geblieben. Da kommt doch irgendwie der Verdacht auf, daß mit christbook.com über kurz oder lang nicht sehr viel mehr als kommerzielle Interessen verbunden werden sollen – auch, wenn das momentan (noch?) nicht belegbar ist. Wie gesagt, das ist nur ein Verdacht – in dem ich mich gerne korrigieren lasse.</p>
<p>&#160;</p>
<p>Nachdem ich nun also einige Monate lang Mitglied bei christbook.com war, im Prinzip aber keinerlei Nutzwert davon hatte, habe ich meine Mitgliedschaft dort heute beendet. Ausschlaggebend war neben den bereits erläuterten Gründen vor allem eine Rundmail von christbook.com an seine Mitglieder mit folgendem Inhalt:</p>
<blockquote><p>“Liebe Freunde, Mitglieder und Besucher,      <br />wir möchten Euch auf diesem Wege ein frohes neues Jahr wünschen! Mögen alle Eure Wünsche und Erwartungen an 2009 in Erfüllung gehen!       <br />Herzliche Grüße und Gottes segen       <br />Euer Christbook-Team”</p>
</blockquote>
<p>&#160;</p>
<p>Vermutlich wirklich einfach nur nett und gut gemeint, aber den Satz “Mögen alle Eure Wünsche und Erwartungen an 2009 in Erfüllung gehen!” fand ich dann doch einen Tick zu blöd.</p>
<p>&#160;</p>
<p>Mal ehrlich: eine solche Aussage ist doch, wenn sie ernstgemeint ist, im Kern nichts anderes als die Verkehrung der Bitte “Dein Wille geschehe” aus dem Vater Unser in “Mein Wille geschehe”. Ich habe vorhin darum kurzerhand eine eMail an das Betreiberteam von christbook.com geschrieben und unter anderem formuliert:</p>
<blockquote><p>“Ich hoffe nicht, daß alle meine Wünsche und Erwartungen an 2009 in Erfüllung gehen. Das wäre unter Umständen fatal. Ich wünsche mir, daß Gottes Wille geschieht, nicht mein Wille! Von einer &quot;christlichen&quot; Internetplattform würde ich schon ein bißchen mehr erwarten als derart platte Wünsche, die auf den ersten Blick leider befürchten lassen, daß es mit dem inhaltlichen (!) Anliegen dieser Plattform nicht zum besten bestellt ist.”</p>
</blockquote>
<p><font style="background-color: #fcfcfc"></font></p>
<p>Abgesehen von der Notwendigkeit, ergänzend zu sagen, daß unsere Wünsche und Erwartungen durchaus kompatibel sein können mit Gottes Willen, faktisch aber auch immer wieder daran vorbeigehen, würde ich mir wünschen, daß solche Impulse, auch wenn sie in meinem Fall mit der Kündigung meiner Mitgliedschaft verbunden waren, bei den Betreibern zu einem Nachdenken über Sinn und Zweck von christbook.com beitragen. Wenn das dazu führt, daß sich dieses Angebot in Zukunft weniger fragwürdig präsentiert und daß es künftig verstärkt wirklich zu einer “Christian Community” gemacht wird, wäre das begrüßenswert.</p>
<p>Andernfalls würde ich in einem Anflug von Frömmelei fragen wollen, ob christbook.com, wenn denn schon nicht “meinem Willen”, so doch wenigstens “Gottes Willen” entspricht.</p>
<div class="seitzeichen" style="margin: 10px 0;"><script type="text/javascript">szu='http%3A%2F%2Fwww.theolobias.de%2F2009%2F01%2F02%2Fmein-wille-geschehe%2F'; szt='Mein+Wille+geschehe%3F';</script><script type="text/javascript" src="http://w3.seitzeichen.de/w/62/83/widget_62839c1b9540c2f7322c9fec92dc0543.js"></script></div>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Theologie der Mission I &#8211; Einleitung, Konversions- und Plantationsmodell</title>
		<link>http://www.theolobias.de/2008/11/28/theologie-der-mission-i-einleitung-konversions-und-plantationsmodell/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=theologie-der-mission-i-einleitung-konversions-und-plantationsmodell</link>
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		<pubDate>Fri, 28 Nov 2008 19:24:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Theolobias</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gemeinde & Theologie]]></category>
		<category><![CDATA[Studium]]></category>
		<category><![CDATA[Theologie der Mission]]></category>

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		<description><![CDATA[&#160; [Als Quelle für diese Reihe dient im wesentlichen: Theo Sundermeier, Art. Theologie der Mission, in: Karl Müller / Theo Sundermeier (Hg.), Lexikon missionstheologischer Grundbegriffe, Berlin 1987, 470-495. Natürlich ist die Diskussion in den vergangenen Jahren fortgeschritten, die Grundlinien aber sind die gleichen geblieben, zumal die Darstellung der unterschiedlichen theologischen Missionskonzeptionen als Gegenstand theologischer Geschichtsforschung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p align="justify">&nbsp;</p>
<p align="justify"><font size="1">[Als Quelle für diese Reihe dient im wesentlichen: <em>Theo Sundermeier, Art. Theologie der Mission, in: Karl Müller / Theo Sundermeier (Hg.), Lexikon missionstheologischer Grundbegriffe, Berlin 1987, 470-495</em>. Natürlich ist die Diskussion in den vergangenen Jahren fortgeschritten, die Grundlinien aber sind die gleichen geblieben, zumal die Darstellung der unterschiedlichen theologischen Missionskonzeptionen als Gegenstand theologischer Geschichtsforschung kaum grundlegender Änderungen bedarf. Ich werde, wo es mir sinnvoll erscheint, weitergehende Anmerkungen und Ergänzungen geben. Den ganz neugierigen und der englischen Sprache kundigen Lesern sei wärmstens zur Lektüre empfohlen: <em>David J. Bosch, Transforming Mission. Paradigm Shifts in Theology of Mission, New York 1991</em> - eine gewinnbringende, weil ausführliche und profunde Lektüre, leider immer noch nicht in deutscher Sprache erschienen.]</font></p>
<p align="justify">&nbsp;</p>
<h3>Einleitung</h3>
<p align="justify"><a title="zur Homepage der Missionsinitiative des EMS" href="http://www.mission.de/" target="_blank"><img style="border-top-width: 0px; border-left-width: 0px; border-bottom-width: 0px; margin: 0px 0px 0px 15px; border-right-width: 0px" height="193" alt="Mission" src="http://www.theolobias.de/wordpress/wp-content/uploads/2008/11/mission-2.jpg" width="274" align="right" border="0"/></a> Als &#8220;Salz der Erde&#8221;, &#8220;Licht der Welt&#8221; und &#8220;Stadt auf dem Berge&#8221; (Mt 5) ist Gemeinde Christi seit jeher in ihrem Sein missionarische (lat. missio = Sendung) Gemeinde. Sie <em>ist</em> es als die das Evangelium verkündigende Gemeinde aufgrund ihres Wesenscharakters, wie ihr Mission zugleich auch als bleibende Bestimmung <em>aufgetragen</em> ist.</p>
<p align="justify">Dieser Auftrag geriet in weiten Teilen der christlichen Geschichte dort aus dem Blickfeld, wo man den Missionsbefehl in Anschluß an Röm 10,18 als erfüllt betrachtete. Mit der Entdeckung Amerikas im ausgehenden 15. Jahrhundert &#8211; die &#8220;Enden der Welt&#8221; verschoben sich! &#8211; und den Herausforderungen des Christentums im Zeitalter der Aufklärung und der Neuzeit setzte ein missionarischer Neuaufbruch ein, begleitet von einer Neubesinnung über das Wesen des Missionsauftrags der Kirchen.</p>
<p align="justify">&nbsp;</p>
<p align="justify">So war Gustav Warneck (1834-1910; evangelischer Theologieprofessor in Halle) der erste, der ab 1892 eine umfassende Missionslehre schrieb &#8211; er gilt damit zugleich als Begründer der systematischen protestantischen Missionswissenschaft und hat bleibende Wirkung auch auf die Missionstheologie in der katholischen Kirche.</p>
<p align="justify">Die Darstellung einer expliziten Theologie der Mission setzt somit im vergangenen Jahrhundert ein.</p>
<p align="justify">Mission meint nach Warneck &#8220;die gesamte auf die Pflanzung und Organisation der christlichen Kirche unter Nichtchristen gerichtete Tätigkeit der Christenheit&#8221;, ihr Ziel ist also die Bekehrung und Taufe von Nichtchristen, verbunden mit der Gründung neuer Kirchen bzw. Gemeinden, die als neue Heimat der Neubekehrten dienen sollen. Dabei vereint Warneck Ansätze, die sich in der späteren Missionstheologie auseinanderdividieren werden, zunächst vor allem in das &#8220;Konversionsmodell&#8221; einerseits und das &#8220;Plantationsmodell&#8221; andererseits.</p>
<p align="justify">&nbsp;</p>
<h3>Das &#8220;Konversionsmodell&#8221;</h3>
<p align="justify">Joseph Schmidlin (1876-1944; Theologieprofessor in Münster) gilt als Begründer der katholischen Missionswissenschaft und steht nachweislich unter dem Eindruck Gustav Warnecks.</p>
<p align="justify">Wo Warneck allerdings keine engen Präferenzen hinsichtlich der Struktur neuzugründender Kirchen oder Gemeinden hat, schlägt bei Schmidlin die röm.-kath. Ekklesiologie (Lehre von der Kirche) voll durch: die katholische Kirche wird mit dem Reich Gottes identifiziert &#8211; Ziel der Mission kann von daher nur die Eingliederung in die bereits verfaßte Kirche sein. Als religiöser Akt hat die Bekehrung von Menschen zugleich soziale und kulturelle Folgen, nämlich die Abgrenzung vom bisherigen religiösen und sozialen Gefüge und die Eingliederung in die Umgebung des christlichen Abendlandes, wie es in der röm.-kath. Kirche ideal verkörpert ist.</p>
<p align="justify">Prägnant zusammengefaßt bedeutet Bekehrung also: raus aus dem alten, falschen Heidentum, rein in die Kirche. Inbegriff dieses Seitenwechsels ist die Umwendung der Verhältnisse und Gesinnung, also die &#8220;Konversion&#8221;, daher die Bezeichnung des schmidlinschen Ansatzes als &#8220;Konversionsmodell&#8221;.</p>
<p align="justify">&nbsp;</p>
<p align="justify"><strong>Das &#8220;Plantationsmodell&#8221;</strong></p>
<p align="justify">Ebenfalls maßgeblich im katholischen Bereich ist das sog. &#8220;Plantationsmodell&#8221; (lat. plantare = pflanzen) anzusiedeln. Ihre wichtigsten Vertreter, P. Charles und J. Masson, sehen als eigentliches Ziel von Mission nicht die Bekehrung von Menschen an. Vielmehr gilt die Bekehrung als Mittel zum Zweck der (vor allem räumlichen) Ausbreitung der sichtbaren Kirche.</p>
<p align="justify">Was den meisten von uns als zwei Seiten ein und derselben Medaille erscheinen mag, muß wiederum vor dem Hintergrund katholischer Ekklesiologie betrachtet werden. Wo Lutheraner und Protestanten allgemein stark zwischen der &#8220;unsichtbaren&#8221; Kirche (das ist die Summe derer, die &#8220;wahrhaft glauben&#8221; und daher statistisch nicht zu fassen sind) und der &#8220;sichtbaren&#8221; Kirche (also der Kirche in ihrer Verfaßtheit, statistisch anhand der Kirchenbücher zu erheben) unterscheiden, geht im Katholizismus das eine mit dem anderen einher:</p>
<p align="justify">Die röm.-kath. Kirche ist Kirche schlechthin &#8211; in ihr, in ihrem Glauben, ihren Sakramenten und ihren hierarchisch gegliederten Ämtern teilt sich die unsichtbare Kirche mit. Die röm.-kath. Kirche ist als solche &#8220;Sakrament der Welt&#8221;, &#8220;Sinn der Erde&#8221;, &#8220;Reich Gottes&#8221; (P. Charles) und so auch eigentliches Ziel der Mission.</p>
<p align="justify">&nbsp;</p>
<h3>Kritik</h3>
<p align="justify">Konversionsmodell und Plantationsmodell gehören eng zusammen: in beiden nimmt die Kirche als juridisch verfaßtes Gebilde eine tragende Rolle ein. In perspektivischer Vertauschung gilt im Konversionsmodell die Kirche als Mittel für die Bekehrung (die auch als &#8220;Bekehrung zur Kirche&#8221; verstanden ist), während im Plantationsmodell die Bekehrung lediglich Mittel für den Zweck der räumlichen Ausbreitung der verfaßten Kirche ist.</p>
<p align="justify">Gegenstand der Kritik an beiden Modellen ist vor allem das hier festzustellende Verständnis des Menschen als Mission<em>objekt</em>, das man unter dem Aspekt von Verdammnis und Rettung verrechnen kann. Wesen des Evangeliums ist aber gerade, daß der Mensch von Gott auf sein <em>Subjekt</em>sein hin angesprochen wird, daß er durch Gottes Liebe in seinem unverwechselbaren und unaustauschbaren Ichsein konstituiert ist. Wo man also im Konversions- und Plantationsmodell (in Umkehrung eines bekannten Sprichwortes) &#8220;die Menschen vor lauter Kirche nicht mehr sieht&#8221;, so wollen die Kritiker wieder den Menschen in und mit seiner Würde herausstellen.</p>
<p align="justify">In Reinform sind die beiden Modelle heute praktisch nicht mehr existent, Ihre abgewandelten protestantischen &#8220;Entsprechungen&#8221; haben diese maßgeblich katholischen Entwürfe in den evangelikalen &#8220;Glaubensmissionen&#8221; (entspricht dem Konversionsmodell; Bekehrung gilt als Selbstzweck, die Funktion von Kirche und Gemeinde wird aber kaum noch reflektiert) und der sog. &#8220;Church Growth School&#8221; von D. McGravan (entspricht dem Plantationsmodell; gekennzeichnet durch gezielte strategische Arbeit für Gemeindewachstum, auch hier treten allerdings die ekklesiologisch-theologischen Voraussetzungen in den Hintergrund).</p>
<p align="justify">&nbsp;</p>
<p align="justify">&nbsp;</p>
<p align="justify"><em>Als Anmerkung für diesen und alle folgenden Teile sei gesagt: bitte nutzt die Kommentarfunktion für Rückfragen, Verbesserungen, Kritik, Anregungen etc.! In dieser kompakten Form und aufgrund des Anliegens ist die Reihe teilweise zwangsläufig in Theologen-Deutsch verfaßt &#8211; ich kann aber, sofern Interesse und Bedarf besteht, gerne auch dolmetschend tätig werden. Also, traut Euch!</em></p>
<div class="seitzeichen" style="margin: 10px 0;"><script type="text/javascript">szu='http%3A%2F%2Fwww.theolobias.de%2F2008%2F11%2F28%2Ftheologie-der-mission-i-einleitung-konversions-und-plantationsmodell%2F'; szt='Theologie+der+Mission+I+-+Einleitung%2C+Konversions-+und+Plantationsmodell';</script><script type="text/javascript" src="http://w3.seitzeichen.de/w/62/83/widget_62839c1b9540c2f7322c9fec92dc0543.js"></script></div>]]></content:encoded>
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		<title>Pro&#8217;s zum Thema Emerging Church</title>
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		<pubDate>Fri, 28 Nov 2008 11:38:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Theolobias</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gemeinde & Theologie]]></category>
		<category><![CDATA[Emerging Church]]></category>

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		<description><![CDATA[&#160; Wo ich mir schon einmal die Mühe gemacht habe, David Deckers Kritik an der Emerging Church-Bewegung aufzugreifen und zu erweitern (siehe hier), möchte ich nicht verschweigen, daß David auf ekkaleo.de jetzt auch einen Beitrag mit dem Titel &#8220;Was ich an der Emerging Church liebe&#8220; veröffentlicht hat. &#160; Ich persönlich kann da zwar nicht ganz [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p align="justify">&nbsp;</p>
<p align="justify">Wo ich mir schon einmal die Mühe gemacht habe, David Deckers Kritik an der Emerging Church-Bewegung aufzugreifen und zu erweitern (siehe <a title="Was mir an der Emerging Church nicht gef&auml;llt" href="http://www.theolobias.de/2008/11/22/was-mir-an-der-emerging-church-nicht-gefaellt/" target="_blank">hier</a>), möchte ich nicht verschweigen, daß David auf ekkaleo.de jetzt auch einen Beitrag mit dem Titel</p>
<p align="center">&#8220;<a href="http://ekkaleo.de/2008-11/was-ich-an-der-emerging-church-liebe/" target="_blank">Was ich an der Emerging Church liebe</a>&#8220;</p>
<p align="justify">veröffentlicht hat.</p>
<p align="justify">&nbsp;</p>
<p align="justify">Ich persönlich kann da zwar nicht ganz so viel unterschreiben wie bei seinen Kritikpunkten, finde aber trotzdem noch einiges an Erwähnenswertem. Ich möchte es jedenfalls nicht versäumt haben, bei manchen Bauchschmerzen, die ich bei diesem Thema in einigen Punkten habe, auch meine grundsätzliche positive Bewertung dieser Bewegung zu unterstreichen.</p>
<p align="justify">&nbsp;</p>
<p align="justify">Vielen Dank für diesen Artikel, David!</p>
<div class="seitzeichen" style="margin: 10px 0;"><script type="text/javascript">szu='http%3A%2F%2Fwww.theolobias.de%2F2008%2F11%2F28%2Fpros-zum-thema-emerging-church%2F'; szt='Pro%27s+zum+Thema+Emerging+Church';</script><script type="text/javascript" src="http://w3.seitzeichen.de/w/62/83/widget_62839c1b9540c2f7322c9fec92dc0543.js"></script></div>]]></content:encoded>
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		<title>Neue Reihe zur &#8220;Theologie der Mission&#8221;</title>
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		<pubDate>Thu, 27 Nov 2008 12:19:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Theolobias</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gemeinde & Theologie]]></category>
		<category><![CDATA[Studium]]></category>
		<category><![CDATA[Mission]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Mission&#8221; &#8211; belastet von allerlei historischen Fehlleistungen, Mißverständnissen, Halbwissen und Komplexen war sie in den vergangenen Jahrzehnten eher ein No-Go, eine Epoche in der Geschichte der Christenheit, die man meinte hinter sich lassen zu müssen, um einer friedlichen Koexistenz der Religionen Platz zu machen. &#160; Bis man auch in den großen Kirchen festgestellt hat, daß [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p align="justify"><strong>&#8220;Mission&#8221; &#8211; belastet von allerlei historischen Fehlleistungen, Mißverständnissen, Halbwissen und Komplexen war sie in den vergangenen Jahrzehnten eher ein No-Go, eine Epoche in der Geschichte der Christenheit, die man meinte</strong><strong> hinter sich lassen zu müssen, um einer friedlichen Koexistenz der Religionen Platz zu machen.</strong></p>
<p align="justify">&nbsp;</p>
<p align="justify"><a title="zur Homepage der Missionsinitiative des EMS" href="http://www.mission.de/" target="_blank"><img style="border-right: 0px; border-top: 0px; margin: 0px 15px 0px 0px; border-left: 0px; border-bottom: 0px" height="137" alt="Mission" src="http://www.theolobias.de/wordpress/wp-content/uploads/2008/11/mission.jpg" width="204" align="left" border="0"/></a> Bis man auch in den großen Kirchen festgestellt hat, daß Kirche ihrem Wesen nach missionarisch ist: Kirche ohne Mission verkommt zum Interessenclub.</p>
<p align="justify">Gott sei Dank also ist das Thema Mission wieder in aller Munde (siehe dazu z.B. die neue Initiative für Mission des EMS &#8211; Klick aufs Bild).</p>
<p align="justify">Die alten Mißverständnisse allerdings sind geblieben, neue hinzugekommen. Damit das nicht so bleibt, habe ich mich entschlossen, hier auf theolobias.de eine Reihe zur &#8220;Theologie der Mission&#8221; zu starten.</p>
<p align="justify">Wo sonst beim Stichwort &#8220;Mission&#8221; alle möglichen treffenden und weniger treffenden Assoziationen in einen Topf geworfen und zu einem ungenießbaren Eintopf verwurstet werden, möchte ich mit einem knappen Überblick über verschiedene missionstheologische Ansätze ein bißchen Licht ins Dunkel bringen. Los geht es morgen mit einer Einführung in das sog. &#8220;Plantationsmodell&#8221;.</p>
<p align="justify">Übrigens mache ich das nicht ganz ohne Eigennutz: am Ende des Semesters habe ich selbst noch eine Prüfung in Missionswissenschaften abzulegen, die Blogreihe eignet sich so für mich auch wunderbar als Skript zur Vorbereitung. <img src='http://www.theolobias.de/wordpress/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p align="justify">&nbsp;</p>
<p align="justify">Über Eure Rückmeldungen, Anregungen, Fragen und Kritik freue ich mich!</p>
<div class="seitzeichen" style="margin: 10px 0;"><script type="text/javascript">szu='http%3A%2F%2Fwww.theolobias.de%2F2008%2F11%2F27%2Fneue-reihe-zur-theologie-der-mission%2F'; szt='Neue+Reihe+zur+%22Theologie+der+Mission%22';</script><script type="text/javascript" src="http://w3.seitzeichen.de/w/62/83/widget_62839c1b9540c2f7322c9fec92dc0543.js"></script></div>]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Was mir an der Emerging Church nicht gef&#228;llt</title>
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		<pubDate>Sat, 22 Nov 2008 10:25:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Theolobias</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gemeinde & Theologie]]></category>
		<category><![CDATA[Emerging Church]]></category>

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		<description><![CDATA[David Decker hat auf ekkaleo.de einen ganz hervorragenden Beitrag zur gleichen Überschrift veröffentlicht, dessen einzelne Punkte ich im großen und ganzen unterschreiben möchte &#8211; auch, wenn ich mich (wie David selbst ja auch) nicht als Emerging Church-Gegner betrachte. &#160; Ich hätte noch einen weiteren Punkt hinzuzufügen, der an drei von David bereits genannte Aspekte anknüpft. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p align="justify"><strong>David Decker hat auf ekkaleo.de einen ganz hervorragenden <a title="zum Beitrag auf ekkaleo.de" href="http://ekkaleo.de/2008-11/was-mir-an-der-emerging-church-nicht-gefaellt/" target="_blank">Beitrag zur gleichen Überschrift</a> veröffentlicht, dessen einzelne Punkte ich im großen und ganzen unterschreiben möchte &#8211; auch, wenn ich mich (wie David selbst ja auch) nicht als Emerging Church-Gegner betrachte.</strong>  </p>
<p align="justify">&nbsp; </p>
<p align="justify">Ich hätte noch einen weiteren Punkt hinzuzufügen, der an drei von David bereits genannte Aspekte anknüpft. Diese Aspekte sind namentlich  </p>
<p align="justify">1. der Sachverhalt, daß die EC-Bewegung maßgeblich aus Berufstheologen besteht,  </p>
<p align="justify">2. die strikte Trennung von Moderene und Postmoderne und die damit zusammenhängende Behauptung, so etwas wie <em>Wahrheit</em> gäbe es in menschlicher Perspektive nicht mehr, und  </p>
<p align="justify">3. der Umstand, daß 2000 Jahre Kirchen- und Theologiegeschichte in der EC-Bewegung schnell mal übergangen bzw. mit wenigen &#8220;Argumenten&#8221; ad acta gelegt werden.  </p>
<p align="justify">&nbsp; </p>
<p align="justify">Ich formuliere meine Behauptung einfach mal ohne Rücksicht auf Verluste und etwas polemisch, weise aber gerne darauf hin, daß ich damit nicht jeden einzelnen EC-Bewegten meine, sich mir aber gleichwohl dieser Gesamteindruck ergibt:  </p>
<p align="justify">&nbsp; </p>
<p align="justify"><em>Die Emerging Church-Bewegung ist eine Bewegung von Berufstheologen, die ihre Berufung verloren haben. Oder anders, noch frecher ausgedrückt: es ist eine Bewegung theologischer Mittelmäßigkeit.</em>  </p>
<p align="justify"><em></em>&nbsp; </p>
<p align="justify">Mit Berufung meine ich in diesem Falle nicht primär die <em>geistliche</em> Ebene (wie könnte ich das beurteilen), sondern das, was ich hochtrabend das <em>&#8220;Berufsethos&#8221;</em> eines Theologen nennen würde. Und dieses Ethos besteht nun einmal darin, eine Fülle von Wissen philologischer, historischer, theologischer, soziologischer Art usw. zu bündeln und <em>verantwortlich</em> für die Gestaltung von Kirche und Reich Gottes fruchtbar zu machen. Mit &#8220;verantwortlich&#8221; ist freilich angesprochen, daß solche Gestaltung z.B. ein Bemühen um Genauigkeit, Unvoreingenommenheit, strenges Denken und Argumentieren sowie einen wachen Blick voraussetzt.  </p>
<p align="justify">Beim Lesen von EC-Programm- oder auch Streitschriften stelle ich leider nicht selten genau das Gegenteil fest: da wird &#8211; es gibt ja ohnehin nicht &#8220;die&#8221; Wahrheit &#8211; auf eine Art und Weise argumentiert, daß es mir die Socken auszieht: ignorant, halbgebildet (teilweise auch einfach ungebildet), undifferenziert, pauschalisierend und manchmal so &#8220;assoziativ&#8221;, daß es eigentlich schon gar keiner sachlich-argumentativen Begründung mehr bedürfte. So z.B., wenn man meint, 2000 Jahre Kirchen- und Theologiegeschichte so (und womöglich auch als so verfehlt) verstanden zu haben, daß man es jetzt richtig machen und das Kirchenmodell für die Postmoderne schlechthin entwickeln kann. Diese 2000 Jahre werden dann freilich vielleicht einmal in einem Nebensatz erwähnt, aber deutlich erkennbar eben nicht wirklich verarbeitet.  </p>
<p align="justify">&nbsp; </p>
<p align="justify"><img style="border-top-width: 0px; border-left-width: 0px; border-bottom-width: 0px; margin: 0px 0px 0px 15px; border-right-width: 0px" height="310" alt="Emerging Church" src="http://www.theolobias.de/wordpress/wp-content/uploads/2008/11/emerging-church.jpg" width="280" align="right" border="0"/> So sehr auf den <em>Relativitätscharakter</em> der Postmoderne verwiesen wird, so sehr nimmt sich die EC-Bewegung m.E. selbst zu <em>ernst</em>. Mir geht es gelegentlich gewaltig auf den Wecker, wenn irgendein Artikel erst einmal mindestens eine halbe Seite Einleitung braucht, um darauf hinzuweisen, daß das nachfolgend Geschriebene Emerging Church ist, ganz neu, ganz revolutionär, ganz anders als alles zuvor, und warum man selbst EC-Bewegter ist, wie das kam etc. pp. &#8211; bis man dann endlich einmal zur Sache kommt und auf den Punkt bringt, worum es eigentlich gehen soll. Dabei kommt es mir immer wieder so vor, als gehe es vor allem um Emerging Church <em>selbst</em> &#8211; und, wenn überhaupt, erst in einem zweiten Schritt dann um den Herrn der Kirche.  </p>
<p align="justify">&nbsp; </p>
<p align="justify">Für mich liegt darin auch der Grund für Davids Beobachtung, daß die Laien in der Emerging Church so wenig vorkommen. Wo eine Bewegung so stark von der Abgrenzung von einer (häufig falsch, unzureichend oder gar nicht verstandenen) langen theologischen und ekklesiologischen Tradition und dem damit verbundenen Zwang zur Selbsterfindung lebt, fühlen sich Laien oftmals einfach fehl am Platze &#8211; mit so viel Theologen-Eitelkeit (das ist in der Tat ein Problem, von dem ich mich gaaaaanz selbstkritisch auch nicht ausnehmen möchte &#8230;) können Menschen mit einem richtigen Beruf ( <img src='http://www.theolobias.de/wordpress/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' />  ) nichts anfangen.  </p>
<p align="justify">&nbsp; </p>
<p align="justify">Noch einmal &#8211; ich bin kein Gegner der EC-Bewegung. Das geht schon deshalb nicht, weil diese nicht wirklich einheitlich, manchmal auch inhaltlich schwer greifbar ist und ich sie obendrein vielleicht auch nicht gründlich genug kenne. Ich denke nur, daß vieles, was hier an Inhalten vorkommt, gar nicht <em>neu</em> ist, sondern einfach etwas ganz altbewährtes, manchmal vielleicht auch tatsächlich eine Wiederentdeckung &#8211; das dann aber mit dem Label &#8220;EC&#8221; versehen und herumgezeigt wird.  </p>
<p align="justify">Das ist dann in der Tat Postmoderne: das <em>Label</em>, das überall auftauchen, Inhalte kenntlich machen (oder ab und an auch übertünchen) muß &#8211; Hauptsache, man ist wer. Mir wäre es lieber, man steckte sich nicht selbst in eine schicke Schublade (hmm, ist so eine Haltung nicht auch postmodern? &#8230;), wirkt vielleicht etwas langweilig, dafür aber auch solider, bodenständiger, haltbarer.</p>
<div class="seitzeichen" style="margin: 10px 0;"><script type="text/javascript">szu='http%3A%2F%2Fwww.theolobias.de%2F2008%2F11%2F22%2Fwas-mir-an-der-emerging-church-nicht-gefaellt%2F'; szt='Was+mir+an+der+Emerging+Church+nicht+gef%26%23228%3Bllt';</script><script type="text/javascript" src="http://w3.seitzeichen.de/w/62/83/widget_62839c1b9540c2f7322c9fec92dc0543.js"></script></div>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Predigtpreis für evangelisch-methodistischen Pastor</title>
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		<pubDate>Thu, 20 Nov 2008 17:58:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Theolobias</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gemeinde & Theologie]]></category>
		<category><![CDATA[Karl-Otto Scholz]]></category>
		<category><![CDATA[Michael Putzke]]></category>
		<category><![CDATA[Predigtpreis]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.theolobias.de/2008/11/20/predigtpreis-fr-evangelisch-methodistischen-pastor/</guid>
		<description><![CDATA[Der Verlag für die Deutsche Wirtschaft hat seinen diesjährigen Predigtpreis verliehen. &#160; Preisträger ist Michael Putzke aus Kassel, Pastor der evangelisch-methodistischen Kirche. Das ist mir eine Meldung wert, stamme ich doch selbst ursprünglich aus dieser evangelischen Freikirche. &#160; Die Predigt ist unter folgendem Link nachzulesen: Predigt über &#8220;Das Mohnfeld&#8221; der Documenta 12 &#160; In der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p align="justify"><strong>Der </strong><a title="zur Homepage des Verlags f&uuml;r die Deutsche Wirtschaft" href="http://www.vnr.de/" target="_blank">Verlag für die Deutsche Wirtschaft</a><strong> hat seinen diesjährigen Predigtpreis verliehen.</strong></p>
<p align="justify"><strong></strong>&nbsp;</p>
<p align="justify">Preisträger ist Michael Putzke aus Kassel, Pastor der evangelisch-methodistischen Kirche. Das ist mir eine Meldung wert, stamme ich doch selbst ursprünglich aus dieser evangelischen Freikirche.</p>
<p align="justify">&nbsp;</p>
<p align="justify"><img style="border-right: 0px; border-top: 0px; margin: 0px 25px 10px 0px; border-left: 0px; border-bottom: 0px" height="190" alt="Michael Putzke" src="http://www.theolobias.de/wordpress/wp-content/uploads/2008/11/michael-putzke.jpg" width="250" align="left" border="0"/> Die Predigt ist unter folgendem Link nachzulesen: <a href="http://www.predigtpreis.de/darstellung-einzelpredigt+M55f181284f8.html" target="_blank">Predigt über &#8220;Das Mohnfeld&#8221; der Documenta 12</a></p>
<p align="justify">&nbsp;</p>
<p align="justify">In der Tat eine sehr schöne, ansprechende Predigt!</p>
<p align="justify">Einen kleinen kritischen Hinweis kann ich mir dennoch nicht verkneifen, wenngleich ich nicht so recht weiß, ob er nun den Autoren oder die Preisverleiher trifft: eine preisgekrönte Predigt sollte schon einigermaßen ohne Rechtschreib- und Grammatikfehler veröffentlicht werden (von denen ich auf den ersten Blick bestimmt zwei Hände voll entdeckt habe) &#8211; auch das gehört zu gelungener Rhetorik! <img src='http://www.theolobias.de/wordpress/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p align="justify">&nbsp;</p>
<p align="justify">Und wo wir schon bei der Predigt sind: Pastor Karl-Otto Scholz hat auf seinem Blog wieder eine wunderbare Predigt oder auch Meditation über Psalm 126 veröffentlicht: &#8220;<a href="http://www.zwoelff.de/2008-11/in-der-einsamkeit-des-mondes/" target="_blank">In der Einsamkeit des Mondes</a>&#8220;. Lesen!!!</p>
<p align="justify">
<div class="seitzeichen" style="margin: 10px 0;"><script type="text/javascript">szu='http%3A%2F%2Fwww.theolobias.de%2F2008%2F11%2F20%2Fpredigtpreis-fuer-evangelisch-methodistischen-pastor%2F'; szt='Predigtpreis+f%C3%BCr+evangelisch-methodistischen+Pastor';</script><script type="text/javascript" src="http://w3.seitzeichen.de/w/62/83/widget_62839c1b9540c2f7322c9fec92dc0543.js"></script></div>]]></content:encoded>
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