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	<title>theolobias.de &#187; Michael Spencer</title>
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	<description>rund um Musik, Glaube, Theologie, Zeitgeschehen &#38; mehr</description>
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		<title>Der gro&#223;e Lobpreis-Schlamassel</title>
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		<pubDate>Mon, 15 Jun 2009 09:28:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Theolobias</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gemeinde & Theologie]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
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		<description><![CDATA[Wir Europäer haben ja hin und wieder die Neigung, Amerikanern Oberflächlichkeit, Naivität und mangelhafte Kritikfähigkeit nachzusagen. Das gilt auch für Christen. Manches, was irgendwie neumodisch erscheint und uns aus irgendeinem Grund nicht gefällt, stellen wir vorsorglich unter den Verdacht, aus den USA importiert worden zu sein. Tatsächlich stammt ein Großteil unserer eigenen modernen Worship-Kultur, die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wir Europäer haben ja hin und wieder die Neigung, Amerikanern Oberflächlichkeit, Naivität und mangelhafte Kritikfähigkeit nachzusagen. Das gilt auch für Christen. Manches, was irgendwie neumodisch erscheint und uns aus irgendeinem Grund nicht gefällt, stellen wir vorsorglich unter den Verdacht, aus den USA importiert worden zu sein.</strong></p>
<p>Tatsächlich stammt ein Großteil unserer eigenen modernen Worship-Kultur, die von uns selbst beileibe nicht immer kritisch betrachtet wird, entweder direkt aus den USA, oder aber kann man sie auf dem Umweg über Großbritannien und Australien auf dieses Herkunftsland zurückführen. Da ist es vielleicht ganz ratsam, auch einmal solche Stimmen aus den USA zu Wort kommen zu lassen, die – entgegen des beliebten Vorurteils – durchaus kritikfähig sind und auch uns Gewichtiges zu sagen haben:</p>
<p><a title="zur Bio von &quot;iMonk&quot; Michael Spencer" href="http://www.internetmonk.com/michael-spencer-the-internet-monk" target="_blank">Michael Spencer</a> hat mir die freundliche Erlaubnis erteilt, einen seiner letzten Blogartikel ins Deutsche zu übersetzen und hier zu veröffentlichen. Die Übersetzung ist so Pi mal Daumen und noch deutlich vom Südstaaten-Lokalkolorit gekennzeichnet, aber ich denke, die Intention wird klar und paßt wunderbar auf hiesige Verhältnisse.</p>
<p> <span id="more-198"></span>
<p>__________________________________________________________________________</p>
<p><img style="border-bottom: 0px; border-left: 0px; margin: 0px 15px 0px 0px; display: inline; border-top: 0px; border-right: 0px" title="Michael Spencer" border="0" alt="Michael Spencer" align="left" src="http://www.theolobias.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/06/michael-spencer.jpg" width="102" height="138" /> <em>Michael Spencer ist baptistischer Theologe, lebt mit seiner Familie in Kentucky und ist u.a. für die Blogs “</em><a title="internetmonk.com - Dispatches from the post evangelical wilderness." href="http://www.internetmonk.com/" target="_blank"><em>internetmonk.com</em></a><em>” und “</em><a title="Jesus Shaped Spirituality" href="http://jesusshaped.wordpress.com/" target="_blank"><em>Jesus Shaped Spirituality</em></a><em>” verantwortlich.</em></p>
<p><em>Vor einigen Monaten hat er bei Evangelikalen und weit darüber hinaus mit drei Artikeln über “</em><a title="zur Übersichtsseite der drei Artikel über &quot;The Coming Evangelical Collapse&quot;" href="http://www.internetmonk.com/archive/the-original-coming-evangelical-collapse-posts" target="_blank">The Coming Evangelical Collapse</a><em></em><em>” (“Der bevorstehende Zusammenbruch der evangelikalen Bewegung”) für Aufsehen gesorgt.</em></p>
<p><em>__________________________________________________________________________</em></p>
<p>&#160;</p>
<p>&#160;</p>
<blockquote><h2 align="center">Der große Lobpreis-Schlamassel</h2>
<p align="center"><strong> (“<a title="zum englischsprachigen Original des Artikels auf internetmonk.com" href="http://www.internetmonk.com/archive/the-big-worship-goof" target="_blank">The Big Worship Goof</a>”)</strong></p>
<p><strong></strong></p>
<p><strong><a title="zur Bildquelle bei ASBO Jesus" href="http://asbojesus.wordpress.com/2009/03/24/684/" target="_blank"><img style="border-bottom: 0px; border-left: 0px; display: block; float: none; margin-left: auto; border-top: 0px; margin-right: auto; border-right: 0px" title="What&#39;s stopping you" border="0" alt="What&#39;s stopping you" src="http://www.theolobias.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/06/whats-stopping-you.jpg" width="620" height="212" /></a>&#160;</strong></p>
<p>Meine derzeitige Schreibtätigkeit wird von einer wichtigen Prämissen geprägt: daß die Evangelikalen zu einer Bewegung geworden sind, die sich im Grunde selbst zerstört.</p>
<p>Nirgendwo wird das deutlicher als in der jüngsten Entwicklung des Lobpreises im Evangelikalismus.</p>
<p>Kann jemand – und das meine ich ernst! – irgendwie erklären, was in der Anbetungskultur von Evangelikalen tatsächlich vor sich geht?</p>
<p>Innerhalb einer Zeitspanne von 50 Jahren haben wir das ganze Konzept davon, was ein Lobpreis-Gottesdienst ist, komplett über den Haufen geworfen. Wir haben uns eine Herangehensweise angeeignet, die einen geradezu haarsträubenden Grad musikalischer, technischer und finanzieller Anstrengungen und Mittel erfordert.</p>
<p>Wir haben uns der christlichen Musikindustrie verschrieben und mit ihr ihrem schier endlosen Appetit auf Abwechslung und Profit. Wir haben uns damit abgefunden, daß unsere Lobpreis-Leiter immer jünger werden. Traditionelle Anbetung – wie sie z.B. in der Tenth Presbyterian Church in Philadelphia praktiziert wird – droht zum Museumsrelikt zu verkommen.</p>
<p>Die Reformierten – ausgerechnet sie! – sind auf diesem revolutionären Weg vorangegangen. Letzte Woche besuchte ich ein Seminar, in dem einem ganzen Saal voller reformierter Christen beigebracht wurde, warum die beste aller Möglichkeiten, in die Anbetung zu führen und sie zu gestalten, „die Band“ ist. Nicht der Chor, das Lobpreis-Team etc. Nein, es ist „die Band“. Begreift eigentlich irgendwer, was das für den Lobpreis insgesamt bedeutet? </p>
<p>Was auf der Strecke bleibt sind Vielfalt, die Generationen umfassende und verbindende Aspekte, selbst Schlichtheit der Anbetung. Statt dessen ist Lobpreis nun ein großes Publikumsevent, geleitet von erfahrenen und geschulten Unterhaltern, auf eine bestimmte Bevölkerungsschicht ausgerichtet und nur noch dem Urteil der Zuschauerreaktion unterworfen.</p>
<p>Gott? Gott wurde dabei das eine Mal so behandelt, als wäre er ein Störenfried, den wir mit unseren Liedern zum Schweigen bringen müßten, ein anderes Mal, als sei er ein göttlicher Innovator, der das am meisten segnet, was so radikal wie möglich verändert wird.</p>
<p>Warum nun nenne ich das einen „Schlamassel“? Ganz einfach: weil es nicht gut enden kann. Es ist wie mit einem Rennwagen, dessen Drosselklappe offensteht. Wir sind in einer Achterbahn gefangen, aus der wir nicht herauskommen.</p>
<p>Anbetung ist zu einem Fachbegriff der Musik geworden. Lob und Anbetung bedeuten – Musik. „Laßt uns anbeten“ heißt: „Die Band wird jetzt spielen“. Die Aussage „Wir müssen dem Lobpreis mehr Zeit widmen“ zielt nicht mehr auf das stille Gebet oder die gottesdienstliche Schriftlesung oder auf irgendeine Art teilhabender und teilnehmender Liturgie ab. Sie bedeutet – Musik.</p>
<p>Sogar das gemeinsame Singen verliert dabei an Bedeutung. Wo Lautstärke und Darbietung immer weiter nach oben geschraubt werden – wen kümmert es da noch, ob jemand singt?</p>
<p>Und wer kann eigentlich 20, 30, 40 Minuten lang stehen?</p>
<p>Zwar haben wir jetzt jede Menge fröhlicher Menschen – nur haben sie keine Ahnung davon, was biblische Anbetung jenseits dessen bedeutet, seine Lieblingssongs von einer coolen Band gespielt zu hören. Sie haben kaum eine Ahnung von der Art von Lobpreis, der sich etwa in der Entfaltung der eigenen Begabung abspielt, in der Familie, am Arbeitsplatz oder einfach in der Stille. Sie betrachten ihre Lieblingssongs als den Ort des eigentlichen spirituellen Erlebens.</p>
<p>Wir haben es gründlich verbockt. Was wir brauchen: Eine einfache und klare Liturgie. Vielfalt und Einbeziehung aller. Die Wertschätzung und das ganzheitliche Verstehen der Bibel. Generationsübergreifende Strukturen und Mißtrauen gegenüber dem Motiv des Profits. Die Absage an den Geist des Wettbewerbs. Das Hören auf die Warnung der Propheten, wenn sie davon reden, daß Gott sich von Israels Anbetungskultur, die auf eine „große Show“ statt auf Echtheit setzt, abgestoßen fühlt. All das brauchen wir.</p>
<p>Wir sind darauf angewiesen, daß Jesus unserem Lobpreis Gestalt gibt, und wir haben eine Form der Anbetung nötig, die eine einfache, direkte, kompromißlose, von Jesus selbst geformte Spiritualität begünstigt.</p>
</blockquote>
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