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	<title>theolobias.de &#187; Theologie der Mission</title>
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	<description>rund um Musik, Glaube, Theologie, Zeitgeschehen &#38; mehr</description>
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		<title>Theologie der Mission I &#8211; Einleitung, Konversions- und Plantationsmodell</title>
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		<pubDate>Fri, 28 Nov 2008 19:24:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Theolobias</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gemeinde & Theologie]]></category>
		<category><![CDATA[Studium]]></category>
		<category><![CDATA[Theologie der Mission]]></category>

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		<description><![CDATA[&#160; [Als Quelle für diese Reihe dient im wesentlichen: Theo Sundermeier, Art. Theologie der Mission, in: Karl Müller / Theo Sundermeier (Hg.), Lexikon missionstheologischer Grundbegriffe, Berlin 1987, 470-495. Natürlich ist die Diskussion in den vergangenen Jahren fortgeschritten, die Grundlinien aber sind die gleichen geblieben, zumal die Darstellung der unterschiedlichen theologischen Missionskonzeptionen als Gegenstand theologischer Geschichtsforschung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p align="justify">&nbsp;</p>
<p align="justify"><font size="1">[Als Quelle für diese Reihe dient im wesentlichen: <em>Theo Sundermeier, Art. Theologie der Mission, in: Karl Müller / Theo Sundermeier (Hg.), Lexikon missionstheologischer Grundbegriffe, Berlin 1987, 470-495</em>. Natürlich ist die Diskussion in den vergangenen Jahren fortgeschritten, die Grundlinien aber sind die gleichen geblieben, zumal die Darstellung der unterschiedlichen theologischen Missionskonzeptionen als Gegenstand theologischer Geschichtsforschung kaum grundlegender Änderungen bedarf. Ich werde, wo es mir sinnvoll erscheint, weitergehende Anmerkungen und Ergänzungen geben. Den ganz neugierigen und der englischen Sprache kundigen Lesern sei wärmstens zur Lektüre empfohlen: <em>David J. Bosch, Transforming Mission. Paradigm Shifts in Theology of Mission, New York 1991</em> - eine gewinnbringende, weil ausführliche und profunde Lektüre, leider immer noch nicht in deutscher Sprache erschienen.]</font></p>
<p align="justify">&nbsp;</p>
<h3>Einleitung</h3>
<p align="justify"><a title="zur Homepage der Missionsinitiative des EMS" href="http://www.mission.de/" target="_blank"><img style="border-top-width: 0px; border-left-width: 0px; border-bottom-width: 0px; margin: 0px 0px 0px 15px; border-right-width: 0px" height="193" alt="Mission" src="http://www.theolobias.de/wordpress/wp-content/uploads/2008/11/mission-2.jpg" width="274" align="right" border="0"/></a> Als &#8220;Salz der Erde&#8221;, &#8220;Licht der Welt&#8221; und &#8220;Stadt auf dem Berge&#8221; (Mt 5) ist Gemeinde Christi seit jeher in ihrem Sein missionarische (lat. missio = Sendung) Gemeinde. Sie <em>ist</em> es als die das Evangelium verkündigende Gemeinde aufgrund ihres Wesenscharakters, wie ihr Mission zugleich auch als bleibende Bestimmung <em>aufgetragen</em> ist.</p>
<p align="justify">Dieser Auftrag geriet in weiten Teilen der christlichen Geschichte dort aus dem Blickfeld, wo man den Missionsbefehl in Anschluß an Röm 10,18 als erfüllt betrachtete. Mit der Entdeckung Amerikas im ausgehenden 15. Jahrhundert &#8211; die &#8220;Enden der Welt&#8221; verschoben sich! &#8211; und den Herausforderungen des Christentums im Zeitalter der Aufklärung und der Neuzeit setzte ein missionarischer Neuaufbruch ein, begleitet von einer Neubesinnung über das Wesen des Missionsauftrags der Kirchen.</p>
<p align="justify">&nbsp;</p>
<p align="justify">So war Gustav Warneck (1834-1910; evangelischer Theologieprofessor in Halle) der erste, der ab 1892 eine umfassende Missionslehre schrieb &#8211; er gilt damit zugleich als Begründer der systematischen protestantischen Missionswissenschaft und hat bleibende Wirkung auch auf die Missionstheologie in der katholischen Kirche.</p>
<p align="justify">Die Darstellung einer expliziten Theologie der Mission setzt somit im vergangenen Jahrhundert ein.</p>
<p align="justify">Mission meint nach Warneck &#8220;die gesamte auf die Pflanzung und Organisation der christlichen Kirche unter Nichtchristen gerichtete Tätigkeit der Christenheit&#8221;, ihr Ziel ist also die Bekehrung und Taufe von Nichtchristen, verbunden mit der Gründung neuer Kirchen bzw. Gemeinden, die als neue Heimat der Neubekehrten dienen sollen. Dabei vereint Warneck Ansätze, die sich in der späteren Missionstheologie auseinanderdividieren werden, zunächst vor allem in das &#8220;Konversionsmodell&#8221; einerseits und das &#8220;Plantationsmodell&#8221; andererseits.</p>
<p align="justify">&nbsp;</p>
<h3>Das &#8220;Konversionsmodell&#8221;</h3>
<p align="justify">Joseph Schmidlin (1876-1944; Theologieprofessor in Münster) gilt als Begründer der katholischen Missionswissenschaft und steht nachweislich unter dem Eindruck Gustav Warnecks.</p>
<p align="justify">Wo Warneck allerdings keine engen Präferenzen hinsichtlich der Struktur neuzugründender Kirchen oder Gemeinden hat, schlägt bei Schmidlin die röm.-kath. Ekklesiologie (Lehre von der Kirche) voll durch: die katholische Kirche wird mit dem Reich Gottes identifiziert &#8211; Ziel der Mission kann von daher nur die Eingliederung in die bereits verfaßte Kirche sein. Als religiöser Akt hat die Bekehrung von Menschen zugleich soziale und kulturelle Folgen, nämlich die Abgrenzung vom bisherigen religiösen und sozialen Gefüge und die Eingliederung in die Umgebung des christlichen Abendlandes, wie es in der röm.-kath. Kirche ideal verkörpert ist.</p>
<p align="justify">Prägnant zusammengefaßt bedeutet Bekehrung also: raus aus dem alten, falschen Heidentum, rein in die Kirche. Inbegriff dieses Seitenwechsels ist die Umwendung der Verhältnisse und Gesinnung, also die &#8220;Konversion&#8221;, daher die Bezeichnung des schmidlinschen Ansatzes als &#8220;Konversionsmodell&#8221;.</p>
<p align="justify">&nbsp;</p>
<p align="justify"><strong>Das &#8220;Plantationsmodell&#8221;</strong></p>
<p align="justify">Ebenfalls maßgeblich im katholischen Bereich ist das sog. &#8220;Plantationsmodell&#8221; (lat. plantare = pflanzen) anzusiedeln. Ihre wichtigsten Vertreter, P. Charles und J. Masson, sehen als eigentliches Ziel von Mission nicht die Bekehrung von Menschen an. Vielmehr gilt die Bekehrung als Mittel zum Zweck der (vor allem räumlichen) Ausbreitung der sichtbaren Kirche.</p>
<p align="justify">Was den meisten von uns als zwei Seiten ein und derselben Medaille erscheinen mag, muß wiederum vor dem Hintergrund katholischer Ekklesiologie betrachtet werden. Wo Lutheraner und Protestanten allgemein stark zwischen der &#8220;unsichtbaren&#8221; Kirche (das ist die Summe derer, die &#8220;wahrhaft glauben&#8221; und daher statistisch nicht zu fassen sind) und der &#8220;sichtbaren&#8221; Kirche (also der Kirche in ihrer Verfaßtheit, statistisch anhand der Kirchenbücher zu erheben) unterscheiden, geht im Katholizismus das eine mit dem anderen einher:</p>
<p align="justify">Die röm.-kath. Kirche ist Kirche schlechthin &#8211; in ihr, in ihrem Glauben, ihren Sakramenten und ihren hierarchisch gegliederten Ämtern teilt sich die unsichtbare Kirche mit. Die röm.-kath. Kirche ist als solche &#8220;Sakrament der Welt&#8221;, &#8220;Sinn der Erde&#8221;, &#8220;Reich Gottes&#8221; (P. Charles) und so auch eigentliches Ziel der Mission.</p>
<p align="justify">&nbsp;</p>
<h3>Kritik</h3>
<p align="justify">Konversionsmodell und Plantationsmodell gehören eng zusammen: in beiden nimmt die Kirche als juridisch verfaßtes Gebilde eine tragende Rolle ein. In perspektivischer Vertauschung gilt im Konversionsmodell die Kirche als Mittel für die Bekehrung (die auch als &#8220;Bekehrung zur Kirche&#8221; verstanden ist), während im Plantationsmodell die Bekehrung lediglich Mittel für den Zweck der räumlichen Ausbreitung der verfaßten Kirche ist.</p>
<p align="justify">Gegenstand der Kritik an beiden Modellen ist vor allem das hier festzustellende Verständnis des Menschen als Mission<em>objekt</em>, das man unter dem Aspekt von Verdammnis und Rettung verrechnen kann. Wesen des Evangeliums ist aber gerade, daß der Mensch von Gott auf sein <em>Subjekt</em>sein hin angesprochen wird, daß er durch Gottes Liebe in seinem unverwechselbaren und unaustauschbaren Ichsein konstituiert ist. Wo man also im Konversions- und Plantationsmodell (in Umkehrung eines bekannten Sprichwortes) &#8220;die Menschen vor lauter Kirche nicht mehr sieht&#8221;, so wollen die Kritiker wieder den Menschen in und mit seiner Würde herausstellen.</p>
<p align="justify">In Reinform sind die beiden Modelle heute praktisch nicht mehr existent, Ihre abgewandelten protestantischen &#8220;Entsprechungen&#8221; haben diese maßgeblich katholischen Entwürfe in den evangelikalen &#8220;Glaubensmissionen&#8221; (entspricht dem Konversionsmodell; Bekehrung gilt als Selbstzweck, die Funktion von Kirche und Gemeinde wird aber kaum noch reflektiert) und der sog. &#8220;Church Growth School&#8221; von D. McGravan (entspricht dem Plantationsmodell; gekennzeichnet durch gezielte strategische Arbeit für Gemeindewachstum, auch hier treten allerdings die ekklesiologisch-theologischen Voraussetzungen in den Hintergrund).</p>
<p align="justify">&nbsp;</p>
<p align="justify">&nbsp;</p>
<p align="justify"><em>Als Anmerkung für diesen und alle folgenden Teile sei gesagt: bitte nutzt die Kommentarfunktion für Rückfragen, Verbesserungen, Kritik, Anregungen etc.! In dieser kompakten Form und aufgrund des Anliegens ist die Reihe teilweise zwangsläufig in Theologen-Deutsch verfaßt &#8211; ich kann aber, sofern Interesse und Bedarf besteht, gerne auch dolmetschend tätig werden. Also, traut Euch!</em></p>
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