Der Blick nach vorn

Am Ende des Jahres blicke ich zurück. Neben vielem Guten, Schönen, Bereichernden, neben Freude und Glück, gibt es auch viele lose Fäden und offene Fragen, Hadern und Bedauern, Schmerz und Trauer. Ich bin schuldig geworden an anderen. Andere sind schuldig geworden an mir. Manches davon ist vergeben. Und manches wartet noch darauf, endlich in Gottes gnädige Gegenwart gebracht zu werden.

Caspar David Friedrich:

Caspar David Friedrich:
„Der Wanderer über dem Nebelmeer“ (1818)

Vor einem guten Jahr habe ich versucht, in einem Lied, das sich am Vaterunser entlangbewegt, lose Fäden und Fragezeichen, Schuld und Scherben, Lebenshunger und Lebensdurst zusammenzutragen und vor Gott zu bringen. Vor den, der mit all dem Unvollkommenen und mit allem Kaputten etwas anzufangen und auch damit noch sein Reich zu bauen weiß.

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Gestern habe ich bei der Christmas Rocknight in Heilsbronn (wo ich wieder die Moderation übernommen hatte), den Jungs von Sacrety versprochen, ein bisschen die Werbetrommel für ihr erst vor drei Tagen veröffentlichtes Video zu ihrem neuen Song „We Are the Ones“ zu rühren.

Die Brachialrocker aus dem Schwobaländle kenne ich noch gut von gemeinsamen Gigs mit Crushead, dementsprechend groß war gestern die Wiedersehensfreude.

Hier also das versprochene Meisterwerk, zu dem ich den alten Kollegen herzlich gratulieren will:


Wer es gestern versäumt hat, eine Christvesper oder -mette zu besuchen, weil mal wieder der Weihnachtsbaum gebrannt hat, die Gans verkohlt ist etc., oder aber wer einen solchen Gottesdienst zwar besucht hat, in Gedanken aber doch bei Baum, Gans … hängengeblieben ist, dem sei hier die gelungene Predigt zu Heiligabend von Pfarrer und Bloggerkollege Daniel Renz zum Nachlesen ans Herz gelegt.

Er beschäftigt sich darin mit Jesu Stammbaum, wie er im ersten Kapitel des Matthäusevangeliums überliefert ist. Und der hat es – so langatmig und unspektakulär er zunächst daherkommt – in sich. So sehr, dass sich darin im Kern bereits die ganze frohe Botschaft entdecken und zur Ermutigung werden lässt:

Sagen wir doch diesem Jesus, was uns wehtut. Wer uns verletzt hat. Wo wir andere verletzt haben. Bitten wir ihn, dass er es hell macht. Heil und weit. Er hört es. Dafür ist er Mensch geworden. Ganz und gar. Mit Haut und Haaren. Er ist der Gott an unserer Seite.

Jesus – Gott an unserer Seite

An seiner Krippe

Rembrandt:

Rembrandt: „Beschneidung Christi“ (1661)

Es gibt wohl kaum ein schöneres, reicheres, anrührenderes Lied zum Wunder und Geheimnis der Weihnacht als „Ich steh an deiner Krippen hier“ mit dem Text von Paul Gerhardt und in der Vertonung von Johann Sebastian Bach (die wiederum auf eine Melodie Martin Luthers zurückgeht).

Ob es Dir wohl auch so geht? Jedes Jahr aufs Neue bin ich tief bewegt von der Botschaft, die hier in nahezu jedem Wort verborgen und zugleich offen zutage liegt. Noch nie habe ich es geschafft, beim Singen oder Hören dieses Liedes nicht die eine oder andere Träne zu verkneifen oder einfach frei fließen zu lassen. Jedes Mal waren und sind es Tränen der Trauer und Tränen des Glücks, Tränen der Scham und Tränen der Befreiung. Oft kann ich sie nicht voneinander unterscheiden, so komprimiert kommt in diesen Zeilen und in der Melodie selbst zum Ausdruck, wovon unser Leben allzu oft geprägt ist – vor allem aber, wovon es geprägt sein sollte und nach und nach schon jetzt geprägt sein darf.

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Ein Gott, der mich sieht

„Du bist ein Gott, der mich sieht.“ (1. Mose 16,13)

Auge

© Torsten Lohse / PIXELIO

Mit Statusmeldungen auf Facebook, Blogeinträgen etc. wollen wir oftmals nicht nur Informationen weitergeben, sondern gesehen werden.

Ich bilde da keine Ausnahme. Gesehen, wahrgenommen zu werden, ist unabdingbare Lebensgrundlage eines jeden Menschen. Wir existieren nicht aus und für uns selbst. Ganz werden wir erst in der Begegnung mit dem anderen. Einen Menschen nicht anzusehen bedeutet daher ansatzweise immer schon, ihm sein Leben streitig zu machen.

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Vielleicht ist es unser Stolz und unser altes Problem der Isolation von dem Leben und der Liebe, dass wir das Thema der Sünde – und damit unweigerlich auch das der Vergebung – lieber zurückstellen. Denn wir wollen Vergebung, weil wir vergessen wollen; Gott aber vergibt uns, damit wir uns erinnern: wie sehr er uns beschenkt, indem er uns bedingungslos annimmt, wie wenig wir uns von den anderen unterscheiden, die wir sonst so leicht verurteilen, und wie weit unsere Vorstellung von uns selbst von der Wirklichkeit entfernt ist. So wird uns unsere Schuld gerade nicht vergeben, damit wir wieder ganz die Alten sein können, sondern damit wir Gott, den anderen und uns selbst neu und anders begegnen. Der Sinn der Vergebung liegt nämlich nicht darin, dass wir wieder besser dastehen, sondern dass wir Gott gegenüber dankbarer, anderen gegenüber barmherziger und uns selbst gegenüber wahrhaftiger werden.

Hans-Joachim Eckstein, in: J. Thomas Hörnig: Apostolicum. Tübinger Predigten

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Der Blick nach vorn

Am Ende des Jahres blicke ich zurück. Neben vielem Guten, Schönen, Bereichernden, neben Freude und Glück, gibt es auch viele lose Fäden und offene Fragen, Hadern und Bedauern, Schmerz und Trauer. Ich bin schuldig geworden an anderen. Andere sind schuldig geworden an mir. Manches davon ist vergeben. Und manches wartet noch darauf, endlich in Gottes gnädige Gegenwart gebracht zu werden.

Caspar David Friedrich:

Caspar David Friedrich:
„Der Wanderer über dem Nebelmeer“ (1818)

Vor einem guten Jahr habe ich versucht, in einem Lied, das sich am Vaterunser entlangbewegt, lose Fäden und Fragezeichen, Schuld und Scherben, Lebenshunger und Lebensdurst zusammenzutragen und vor Gott zu bringen. Vor den, der mit all dem Unvollkommenen und mit allem Kaputten etwas anzufangen und auch damit noch sein Reich zu bauen weiß.

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An seiner Krippe

Rembrandt:

Rembrandt: „Beschneidung Christi“ (1661)

Es gibt wohl kaum ein schöneres, reicheres, anrührenderes Lied zum Wunder und Geheimnis der Weihnacht als „Ich steh an deiner Krippen hier“ mit dem Text von Paul Gerhardt und in der Vertonung von Johann Sebastian Bach (die wiederum auf eine Melodie Martin Luthers zurückgeht).

Ob es Dir wohl auch so geht? Jedes Jahr aufs Neue bin ich tief bewegt von der Botschaft, die hier in nahezu jedem Wort verborgen und zugleich offen zutage liegt. Noch nie habe ich es geschafft, beim Singen oder Hören dieses Liedes nicht die eine oder andere Träne zu verkneifen oder einfach frei fließen zu lassen. Jedes Mal waren und sind es Tränen der Trauer und Tränen des Glücks, Tränen der Scham und Tränen der Befreiung. Oft kann ich sie nicht voneinander unterscheiden, so komprimiert kommt in diesen Zeilen und in der Melodie selbst zum Ausdruck, wovon unser Leben allzu oft geprägt ist – vor allem aber, wovon es geprägt sein sollte und nach und nach schon jetzt geprägt sein darf.

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Ein Gott, der mich sieht

„Du bist ein Gott, der mich sieht.“ (1. Mose 16,13)

Auge

© Torsten Lohse / PIXELIO

Mit Statusmeldungen auf Facebook, Blogeinträgen etc. wollen wir oftmals nicht nur Informationen weitergeben, sondern gesehen werden.

Ich bilde da keine Ausnahme. Gesehen, wahrgenommen zu werden, ist unabdingbare Lebensgrundlage eines jeden Menschen. Wir existieren nicht aus und für uns selbst. Ganz werden wir erst in der Begegnung mit dem anderen. Einen Menschen nicht anzusehen bedeutet daher ansatzweise immer schon, ihm sein Leben streitig zu machen.

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