Der Mut, die Angst vor der Sinnlosigkeit auf sich zu nehmen, ist die Grenze, bis zu der der Mut zum Sein gehen kann. Jenseits dieser Grenze ist bloßes Nichtsein. In diesem Mut werden alle Formen des Mutes wiedergeboren aus der Macht des Gottes über dem Gott des Theismus. Der Mut zum Sein gründet in dem Gott, der erscheint, wenn Gott in der Angst des Zweifels untergegangen ist.

Paul Tillich: Der Mut zum Sein

What I always say is this: If God raised Jesus Christ from the dead, everything else is basically rock’n’roll, i’n’it? | Ich sage immer: Wenn Gott Jesus Christus von den Toten auferweckt hat, dann ist alles andere im Grunde genommen Rock’n’Roll, nicht wahr?

Zitat aus einer Unterhaltung des Theologen und ehemaligen anglikanischen Bischofs von Durham N. T. Wright mit einem Taxifahrer über die Frauenordination. Das Zitat stammt vom Taxifahrer … (Übersetzung: T. L.)

Seine Macht muss in der Stille liegen. Sein Schweigen scheint mir unerbittlich gegen das Schweigen der Welt. Seine Stille ist gnadenlos gegen den Tod. Sie bringt das Nichts zum Bersten. Sein Schlachtfeld kennt keinen Lärm, denn es ist immer das Schweigen, der Tod, die Gräber und das Nichts. Und wir haben ihn nicht mit Schwertern in die Unterwelt ziehen sehen und mit wehenden Fahnen und Geschrei, sondern mit geschlossenen Augen, bleichem Mund und ohne Herzschlag. Gott untergräbt die Stille. Es muss eine Macht darin liegen, die ich nicht verstehe.

Esther Maria Magnis: Gott braucht dich nicht. Eine Bekehrung

Sorge kann nur durch Sorge geheilt werden. Die Sorge um das Viele wird dadurch gesund, dass an ihre Stelle die rechte Sorge tritt: nämlich die Sorge um das „eine, was not ist“. Das ist die Homöopathie der göttlichen Heilungen.

Helmut Thielicke: Das Leben kann noch einmal beginnen. Ein Gang durch die Bergpredigt

Könnte Theologie nicht eine Luxusbeschäftigung, könnten wir mit ihr nicht auf der Flucht vor dem lebendigen Gott begriffen sein? Könnte ein so problematischer Theologe wie Albert Schweitzer nicht – immer gerade vom Gegenstand der Theologie her gesehen – das bessere Teil erwählt haben, und mit ihm die ersten Besten, die da und dort ohne alle theologische Besinnung versucht haben, Wunden zu heilen, Hungrige zu speisen, Durstige zu tränken, elternlosen Kindern eine Heimat zu bereiten?

Karl Barth: Einführung in die evangelische Theologie

Oft muss ich eine Mauer von Gegengründen und widerstrebenden Gefühlen überwinden, die ich zwischen mir und all denen aufgebaut habe, die ich liebe, die aber diese Liebe so oft nicht erwidern. Es ist eine Mauer der Angst, erneut ausgenützt und verletzt zu werden. Es ist eine Mauer des Stolzes und das Bestreben, alles im Griff zu behalten. Aber jedesmal, wenn ich diese Mauer überwinden kann, komme ich in das Haus, wo der Vater wohnt, und begegne dort meinem Nächsten mit wirklich erbarmender Liebe.

Henri J. M. Nouwen: Nimm sein Bild in dein Herz. Geistliche Deutung eines Gemäldes von Rembrandt

SprachlosDie Kommentare zum Artikel „Jesus und die Sprachlosigkeit“, den ich kürzlich hier veröffentlicht hatte, haben zu unbeabsichtigter, aber willkommener Erheiterung geführt (siehe den Screenshot meines Feed-Readers).

Daniel Renz hat sich drüben auf auf seinem Blog „schlunkfunk“ dieser Internet-Stilblüte angenommen und meine Gedanken gleich weitergeführt. Wie schön, wenn aus der anfänglichen Feststellung eigener Sprachlosigkeit unversehens ein Nachdenken und ein Gespräch über das (Wieder-)Finden von Worten, die angemessen und treffend von Gott erzählen, entsteht!

Hier geht’s zu Daniels Blogeintrag:

Sprachlos