Sorge kann nur durch Sorge geheilt werden. Die Sorge um das Viele wird dadurch gesund, dass an ihre Stelle die rechte Sorge tritt: nämlich die Sorge um das „eine, was not ist“. Das ist die Homöopathie der göttlichen Heilungen.

Helmut Thielicke: Das Leben kann noch einmal beginnen. Ein Gang durch die Bergpredigt

Wer einen Zipfel des Gewandes in Händen hält, hat die Verheißung, dass er den Heiland ganz bekommt. Sie halten ihn in Ihren Händen. Halten Sie ihn ja fest. Es ist wahrlich nur das Gewand, noch nicht die Hand oder gar das Herz. Aber es ist das Gewand des Heilandes. Und an diesem Gewande seiner Menschlichkeit will er sich festhalten lassen. Er wird sich eines Tages nach Ihnen umdrehen – ganz gewiss. Er wird die Menge derer, die ihn neugierig oder gleichgültig umdrängen, stehenlassen und sich ausgerechnet nach Ihnen erkundigen. Er wird fragen: Wer bist du, dass du mich angerührt hast? Es ist eine Kraft von mir gewichen. Darum halte, was du hast – und wenn es nur jener arme Gewandzipfel ist. Du hast die Verheißung, dass es einmal die Krone sein wird.

Helmut Thielicke: Die Lebensangst und ihre Überwindung

Wer Angst hat und um Christus weiß, darf dessen gewiss sein: Ich bin mit meiner Angst nicht allein, sondern er hat sie auch durchlitten. Damit entsteht ein ganz neues Verhältnis zur Zukunft: Sie ist nicht mehr die vernebelte Landschaft, in die ich angsterfüllt Ausschau halte, weil sich dunkle Fährnisse dort gegen mich zusammenbrauen. Nein, es ist alles ganz anders: Wir wissen nicht, was kommt, aber wir wissen, wer kommt. Wem aber die letzte Stunde gehört, der braucht die nächste Minute nicht mehr zu fürchten.

Helmut Thielicke: Die Lebensangst und ihre Überwindung

Ich bin gegen das Allgemeine, weil es verwaschen und auf eine atemberaubend banale Art auch immer richtig ist. „Ich bin gegen die Sünde“: Das ist sicher richtig. Aber es ist in seiner Allgemeinheit doch auch blöde.

Helmut Thielicke