Ein Gott, der mich sieht

„Du bist ein Gott, der mich sieht.“ (1. Mose 16,13) Mit Statusmeldungen auf Facebook, Blogeinträgen etc. wollen wir oftmals nicht nur Informationen weitergeben, sondern gesehen werden. Ich bilde da keine Ausnahme. Gesehen, wahrgenommen zu werden, ist unabdingbare Lebensgrundlage eines jeden … Weiterlesen →

Der Mensch als Mensch schreit nach Gott, nicht nach einer Wahrheit, sondern nach der Wahrheit, nicht nach etwas Gutem, sondern nach dem Guten, nicht nach Antworten, sondern nach der Antwort, die unmittelbar eins ist mit seiner Frage. Denn er selbst, der Mensch, ist ja die Frage, so muss die Antwort die Frage sein, sie muss er selbst sein aber nun als Antwort, als beantwortete Frage. Nicht nach Lösungen schreit er, sondern nach Erlösung. Nicht wiederum nach etwas Menschlichem, sondern nach Gott, aber nach Gott als dem Erlöser seiner Menschlichkeit.

Karl Barth

Kirche in der Postmoderne ist nicht postmoderne Kirche. Sie gibt den Anspruch auf bloß eine Wahrheit nicht auf und unterwirft sich nicht einer Toleranzforderung, die scheinbar tolerant ist, in Wahrheit aber zur Preisgabe religiöser Identität auffordert, also selbstwidersprüchlich ist und sich selbst aufhebt: Wenn sie, wie vielfach erwartet und gefordert, auf Christus als die eine Hoffnung und Wahrheit der Welt verzichtete, dann wäre sie vielleicht tolerant, aber was wäre sie sonst noch? Eines wäre sie mit Sicherheit nicht mehr: christliche Kirche.

Heinzpeter Hempelmann: Nach der Zeit des Christentums. Warum Kirche von der Postmoderne profitieren kann und Konkurrenz das Geschäft belebt

Man sollte dem anderen die Wahrheit wie einen Mantel hinhalten, dass er hineinschlüpfen kann, und sie ihm nicht wie einen nassen Lappen um die Ohren schlagen.

Max Frisch