Wer es gestern versäumt hat, eine Christvesper oder -mette zu besuchen, weil mal wieder der Weihnachtsbaum gebrannt hat, die Gans verkohlt ist etc., oder aber wer einen solchen Gottesdienst zwar besucht hat, in Gedanken aber doch bei Baum, Gans … hängengeblieben ist, dem sei hier die gelungene Predigt zu Heiligabend von Pfarrer und Bloggerkollege Daniel Renz zum Nachlesen ans Herz gelegt.

Er beschäftigt sich darin mit Jesu Stammbaum, wie er im ersten Kapitel des Matthäusevangeliums überliefert ist. Und der hat es – so langatmig und unspektakulär er zunächst daherkommt – in sich. So sehr, dass sich darin im Kern bereits die ganze frohe Botschaft entdecken und zur Ermutigung werden lässt:

Sagen wir doch diesem Jesus, was uns wehtut. Wer uns verletzt hat. Wo wir andere verletzt haben. Bitten wir ihn, dass er es hell macht. Heil und weit. Er hört es. Dafür ist er Mensch geworden. Ganz und gar. Mit Haut und Haaren. Er ist der Gott an unserer Seite.

Jesus – Gott an unserer Seite

An seiner Krippe

Es gibt wohl kaum ein schöneres, reicheres, anrührenderes Lied zum Wunder und Geheimnis der Weihnacht als „Ich steh an deiner Krippen hier“ mit dem Text von Paul Gerhardt und in der Vertonung von Johann Sebastian Bach (die wiederum auf eine … Weiterlesen →

„Gott will im Dunkeln wohnen – und hat es doch erhellt.“

Allen Lesern von theolobias.de ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest!

Die Nacht ist vorgedrungen,
der Tag ist nicht mehr fern.
So sei nun Lob gesungen
dem hellen Morgenstern!
Auch wer zur Nacht geweinet,
der stimme froh mit ein.
Der Morgenstern bescheinet
auch deine Angst und Pein.


Dem alle Engel dienen,
wird nun ein Kind und Knecht.
Gott selber ist erschienen
zur Sühne für sein Recht.
Wer schuldig ist auf Erden,
verhüll nicht mehr sein Haupt.
Er soll errettet werden,
wenn er dem Kinde glaubt.


Die Nacht ist schon im Schwinden,
macht euch zum Stalle auf!
Ihr sollt das Heil dort finden,
das aller Zeiten Lauf
von Anfang an verkündet,
seit eure Schuld geschah.
Nun hat sich euch verbündet,
den Gott selbst ausersah.


Noch manche Nacht wird fallen
auf Menschenleid und -schuld.
Doch wandert nun mit allen
der Stern der Gotteshuld.
Beglänzt von seinem Lichte,
hält euch kein Dunkel mehr,
von Gottes Angesichte
kam euch die Rettung her.


Gott will im Dunkel wohnen
und hat es doch erhellt.
Als wollte er belohnen,
so richtet er die Welt.
Der sich den Erdkreis baute,
der lässt den Sünder nicht.
Wer hier dem Sohn vertraute,
kommt dort aus dem Gericht.


Jochen Klepper: Die Nacht ist vorgedrungen (Evangelisches Gesangbuch, Nr. 16)

  • Veröffentlicht in: Lyrik